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23.10.2018 von hs

Zinszusatzreserve beansprucht die Branche

Die anhaltend fordernde Situation am Kapitalmarkt beansprucht die Versicherungsbranche weiterhin. Dennoch behaupten sich die Gesellschaften sowohl im M&M Rating LV-Unternehmen als auch im M&M Belastungstest. Neun Versicherer erhalten eine 5-Sterne-Bewertung im Rating und 25 Versicherer erreichen ein ausgezeichnetes Ergebnis im M&M Belastungstest.

Das M&M Rating LV-Unternehmen bewertet, wie sich eine Gesellschaft langfristig am Markt behauptet. Es werden Aussagen über Kosten, Sicherheitspolster, Erträge sowie die Marktstellung getroffen. Im diesjährigen Rating erreichen neun der 65 Versicherer eine ausgezeichnete Bewertung mit fünf Sternen und zehn Gesellschaften eine sehr gute Bewertung mit vier Sternen.

Die Kapitalmarktsituation strapaziert die Lebensversicherer weiterhin. Insbesondere die hohen Aufwände für die Zinszusatzreserve belasten die Gesellschaften. Im vergangenen Jahr ist diese Zinszusatzreserve um 30 Prozent auf über 50 Milliarden Euro angestiegen. Mit ihr soll langfristig die Lücke zwischen den zugesagten Garantien und den real am Markt erzielbaren Zinsen geschlossen werden. Hiervon sind die Versicherungsgesellschaften in unterschiedlicher Höhe betroffen.

Um die damit notwendigen Aufwände stemmen zu können, haben die Versicherer Bewertungsreserven realisiert und dadurch eine akzeptable Nettoverzinsung von durchschnittlich 4,3 Prozent erzielt. Während die Aufwände für die Zinszusatzreserve 2016 noch bei 32 Prozent der Zinserträge lagen, machen sie 2017 rund 37 Prozent aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 betrugen sie 23 Prozent. Dieser Aufwand ist gleichbedeutend mit einer theoretischen Verminderung der Nettoverzinsung um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte. „Der Anstieg der Zinszusatzreserve belastet die Branche immens. Durch die geplante Erleichterung bei der Zinszusatzreserve wird die Situation aber künftig entschärft“, so Peter Schneider, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN. Mit der so genannten Korridormethode soll der Aufbau der Zinszusatzreserve langsamer und gleichmäßiger erfolgen.

Der ergänzende M&M Belastungstest belegt zusätzlich die weitestgehend anhaltende Stabilität in der Branche. Das Ergebnis ist unabhängig vom M&M Rating LV-Unternehmen zu sehen, da es rein auf die Solvabilität fokussiert ist. Der Test bewertet, wie die finanzielle Stabilität sowie die Eigenkapitalunterlegung eines Versicherers im Hinblick auf eine mögliche Krise ausgerichtet ist. Grundlage des Tests ist die Solvency II-Bedeckungsquote und weitere vom Versicherer zur Verfügung gestellte Daten. Alle 48 teilnehmenden Versicherer haben den Test bestanden und über 50 Prozent davon mit der Bewertung „ausgezeichnet“. „Die Lebensversicherer sind wirtschaftlich stabil und flexibel genug, um in schwierigen Zeiten bestehen zu können“, stellt Schneider das Gesamtzeugnis für die Branche aus.