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02.10.2018 von hs

Microservices verbessern Effizienz und Nutzererlebnis

Die Unternehmen in der Europäischen Union entdecken die Vorteile einer IT-Architektur, die auf Microservices aufbaut. 69 Prozent versprechen sich davon eine höhere Effizienz bei der Zusammenarbeit. 58 Prozent erwarten ein besseres Nutzererlebnis. 

Die Folge: Wer von Microservices bereits gehört hat, setzt diese Art der Software-Entwicklung bereits in einem von zwei Fällen ein. Weitere 28 Prozent planen, auf diese Technologie umzusteigen. Jede siebte Firma möchte Anwendungen nur noch auf Basis von Microservices entwickeln. Das sind die Ergebnisse einer Anwenderstudie des Softwareunternehmens Camunda.

Microservices bieten eine vergleichsweise kostengünstige Alternative zu einer Software, die alle Geschäftsvorfälle im Unternehmen durch eine zentrale Anwendung abbildet. Solche Systeme leiden darunter, dass selbst kleinste Anpassungen großen Aufwand nach sich ziehen können und sämtliche Nutzer betreffen. „Die Zukunft der Software-Entwicklung ist modular“, erklärt Jakob Freund, CEO und Mitgründer von Camunda. „Wenn mehrere Teams parallel an Microservices arbeiten, um so alle gewünschten Funktionen in die Gesamtlösung zu integrieren, treten weniger gravierende Fehler auf und die damit verbundenen Risiken lassen sich besser kontrollieren.“

Diese Vorteile wollen die Unternehmen schon bald realisieren. EU-weit rechnen 69 Prozent damit, bereits bei der nächsten Generation ihrer Anwendungen stark oder sehr stark von Microservices zu profitieren. Der Grund: Abläufe lassen sich leichter automatisieren, wenn Kleinprogramme viele Teilschritte eines Geschäftsprozesses abbilden. Workflow-Engines sorgen anschließend dafür, dass einzelne Microservices ihre Aufgaben automatisch erledigen, sobald ein vorab definiertes Ereignis eintritt. „Wer online schon mal ein Flugticket gebucht hat, kennt das Prinzip“, sagt Camunda-CEO Freund. „Vereinfacht gesagt, löst der Kunde durch seine Buchung auf der Webseite einen Microservice aus, der die Bezahlung regelt. Sobald die Zahlung bestätigt ist, bekommt der Kunde durch einen weiteren Microservice automatisch eine Buchungsnummer für den Online-Check-In zugewiesen.“

Unternehmen können diese Technik nutzen, um Prozesse aus allen Geschäftsbereichen abzubilden und das Kundenerlebnis zu verbessern. Dafür müssen die Verantwortlichen allerdings noch einige Hausaufgaben erledigen. So bemängeln 57 Prozent der Befragten, dass die Abläufe noch immer nicht vom Anfang bis zum Ende visualisiert sind (End-to-End). Das erschwert die Automatisierung von Prozessen, an denen mehrere Microservices beteiligt sind. Zudem sehen sich 54 Prozent mit Schwierigkeiten konfrontiert, falls Fehler an der Schnittstelle zwischen einzelnen dieser Dienste auftreten. „Durch Microservices steigt die Komplexität der Anwendungslandschaft an“, bestätigt Automatisierungsexperte Jakob Freund. „Prozesse sauber zu definieren und von Anfang bis Ende durchgängig zu steuern, ist für den erfolgreichen Einsatz von Microservices unerlässlich.“