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07.12.2017 von bf

Mehr Flexibilität für die Versicherungsbranche

Auf der internationalen Konferenz „Innovation in Insurance“ in Warschau diskutierten mehr als 250 Versicherungsexperten aus zwölf Ländern über die Schlüsselfaktoren einer erfolgreichen Modernisierung. Die Diskussionen wurden durch Praxisberichte von Projekten bei Allianz (UK), AXA (Polen), Basler (Deutschland), Element (Deutschland), Nationale Nederlanden (Polen) und Prudential (Polen) untermauert.

Sollers Consulting empfängt mehr als 250 Gäste auf der 6. „Innovation in Insurance”-Konferenz in Warschau

„Versicherer haben mit veralteten Geschäftsstrukturen und IT-Systemen zu kämpfen“, sagte Michał Trochimczuk, Managing Partner bei Sollers Consulting, in seiner Keynote. „Versicherer, die in Silostrukturen operieren, besitzen nicht die Fähigkeit, in der Wirtschaft von heute wettbewerbsfähig zu bleiben“, betonte er. Insurtechs fordern die Versicherer heraus, die weiterhin mit unflexiblen und benutzerunfreundlichen Prozessen operieren. Nichtsdestotrotz werden nur wenige dieser Start-ups überleben. „Insurtechs werden traditionelle Versicherungsunternehmen nicht komplett ersetzen, aber sie können und werden in einigen Bereichen der Wertschöpfungskette besser sein als Versicherer“, sagte Trochimczuk heute auf der Sollers-Konferenz „Innovation in Insurance“. Versicherungsunternehmen können von dem Ideenreichtum und der Agilität der Insurtechs profitieren, müssen aber gleichzeitig daran arbeiten, die Dynamik ihrer Geschäftstransformation zu nutzen und zu verstärken. Trochimczuk: „Wir glauben, dass Flexibilität und die Möglichkeit der Einbindung externer Partner in das Wirtschaftssystem des Versicherers der Schlüsselfaktor für den zukünftigen Erfolg ist.“

Den neuen Anforderungen zu entsprechen, ist eine große Herausforderung für Versicherer. 65% ihres IT Budgets geben sie für die Pflege bestehender Systeme aus und nur 15% für die Transformation, sagte Grzegorz Podleśny, Partner bei Sollers Consulting. Kosteneffizienz und operationale Flexibilität sind deshalb meist die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines neuen Kernsystems. Hierbei sollte ein Versicherer aber ganzheitlich vorgehen und den gesamten Lebenszyklus eines Systems in seinen Entscheidungsprozess einbeziehen. „Sollers Consulting hat ein eigenes Modell zur Bewertung von Kernsystemen entwickelt. Es basiert auf drei Kategorien: Abdeckung funktionaler Lücken, IT-Architektur und Kooperation mit möglichen Anbietern.“ Der Ansatz von Sollers Consulting ist detaillierter als das Ranking der gängigen Marktforscher. „Wir betrachten eine große Zahl von Kategorien in unseren quantitativen Bewertungen und legen großen Wert auf Flexibilität und Integrationsfähigkeit, da sie für die Geschäftstätigkeit im digitalen Zeitalter essentiell ist“, betonte Podleśny.

Dieses Thema wurde in einer Podiumsdiskussion vertieft.  Moderiert von Marcin Pluta, Managing Partner von Sollers Consulting, sprachen die Vertreter führender Systemanbieter Christian Kromann (TIA Technology), John Macdonald (Fadata) und Keith Stonell (Guidewire) darüber, wie ihre Systeme eine Geschäftstransformation unterstützen. Die Teilnehmer betonten während der Diskussion insbesondere, wie wichtig die Modernisierung der Kernsysteme ist und zeigten auf, wie Versicherungsunternehmen die Risiken bei der Implementierung verringern können.

Hochrangige Vertreter von sechs Versicherern berichteten detailliert über ihre laufenden Projekte. Es ging dabei um die Verbesserung der Back-end Lösungen, um von neuen technischen Möglichkeiten profitieren zu können. Evandro Manolas und Adam Rates von der Allianz Großbritannien berichteten über die operationalen Vorbereitungen auf das neue Joint Venture mit LV=. Wolfgang Pander und Carsten Kobbe-Dunker von Basler Deutschland erklärten, wie der deutsche Versicherer sein Kfz-Versicherungsgeschäft transformiert. Piotr Kucharski von AXA Polen gab Einblicke in die Kombination von TIA Policy mit Modulen von Guidewire ClaimCenter. Anna Messerli, CFO bei Prudential Polen, erläuterte, wie wichtig Pre-Sales Prozesse und Applikationen für eine bessere Kundenansprache sind. Michał Hucał von den Nationale-Nederlanden Polen berichtete über die Integration von RIFE - Responsive Integrable Front End and TIA Policy Admin. RIFE ist eine extrem flexible Front-end Lösung für Versicherer, die schneller auf ihren Märkten agieren wollen. Dr. Wolff Graulich von Element präsentierte über die hohe Modularität des Geschäftsmodells des deutschen Insurtech Start-ups.

„Wir von Sollers Consulting bringen Business Know-how und Technologie zusammen“, fasste Michał Trochimczuk zusammen. „IT-Modernisierung sollte immer ein integraler Bestandteil einer Geschäftstransformation sein. Versicherungsunternehmen entgeht eine große Chance, wenn sie alte Geschäftsprozesse aufleben lassen, nur mit neuer Software.“