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06.08.2018 von hs

Innovation durch verbesserte Datenqualität

Die künftige Wettbewerbsfähigkeit von Versicherern ist heute mehr denn je von Innovationen abhängig und somit von Daten. Die Sicherung der Qualität und der Schutz der Daten vor Manipulation erlangt vor diesem Hintergrund höchste Priorität. 

Doch hier haben Versicherer weltweit Nachholbedarf: Lediglich 26 Prozent aller Versicherer validieren ihre Daten zumindest teilweise und bereits 34 Prozent haben Erfahrungen mit externer Datenmanipulation machen müssen. Das geht aus der „Insurance Technology Vision 2018“ des Beratungsunternehmens Accenture hervor, die jedes Jahr die wichtigsten Technologietrends für die Versicherungsbranche identifiziert.

 

Aufgrund der Digitalisierung werden in der Versicherungswirtschaft immer mehr strategische Entscheidungen datenbasiert getroffen. So gab laut der Accenture-Studie die Mehrheit (80 Prozent) der 623 weltweit befragten Versicherungs-Manager an, Daten als Grundlage für zentrale Entscheidungen zu nutzen. Doch trotz dieser Entwicklung investieren Versicherer noch zu wenig in die Qualität ihrer Daten. Lediglich 26 Prozent der befragten Führungskräfte von Versicherungsunternehmen gaben an, ihre Daten teilweise zu validieren. Weitere 19 Prozent versuchen zwar die Daten zu überprüfen, sind allerdings nicht von deren Qualität überzeugt. Dies ist überraschend, da gleichzeitig 82 Prozent der Befragten davon überzeugt sind, dass ihre Organisation im Punkto Innovation schneller werden müsste, um Wettbewerbsvorteile zu verteidigen. Doch die Ergebnisse der Studie zeigen, dass dies zukünftig eng an den Zugang und die Nutzung neuer Datenquellen geknüpft sein wird.

 

Daten waren schon immer das Herzstück der Versicherungsbranche und wurden als Basis für Entscheidungen im Pricing, Risikomanagement oder bei operativen Fragen genutzt. Nun spüren Versicherer aufgrund der Digitalisierung den Druck ihr Geschäft neu zu erfinden. „Der Einsatz neuer Technologien und die Nutzung von Kundendaten bergen dabei großes Potential,“ sagt Claus Jeschek, Technologie-Experte im Bereich Versicherungen bei Accenture. „Allerdings müssen sich Versicherer gut überlegen, wie sie die Daten überprüfen, schützen und einsetzen. Um sie als Entscheidungsgrundlage zu nutzen, ist eine effektive Überprüfung der Daten wichtig.“ Zudem müssten die Versicherer das Verbrauchervertrauen stärken, indem sie transparent machten, dass sie verantwortungsbewusst mit Kundendaten umgingen. „Nur wer vertraut, gibt seine Daten auch weiter“, so Jeschek.

 

Jeder dritte Versicherer bereits Ziel von Datenbetrug gewesen

 

Neben der Überprüfung der Daten müssen Versicherer diese auch besser schützen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass jeder dritte Befragte schon einmal Ziel von Bot-Betrug, Sensordaten- und Standortdatenfälschungen war. Ein weiteres Drittel der Befragten glaubt, mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal ein Angriffsziel gewesen zu sein, konnte dies aber nicht nachweisen. „Wenn manipulierte oder fehlerhafte Daten als Entscheidungsgrundlage genutzt werden, steigt das Risiko von weitreichenden Fehlentscheidungen,“ warnt Jeschek und rät: „Als Grundstein sollten Versicherer „Data Intelligence“-Bereiche aufbauen und dort gezielt Expertise aus den Feldern Data Science und Cyber-Sicherheit bündeln. Nur so kann das Risiko unsauberer Daten minimiert werden. Dies wird auch mit dem Blick auf die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in der Versicherungsbranche wichtiger.“ So gaben in der Studie rund 77 Prozent der global befragten Führungskräfte an, dass ihre Organisation beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz kaum mit der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts Schritt halten könne.