Technologie

20.11.2018 von Holger Roth, Chief Sales Officer bei der Liechtenstein Life Assurance AG

Blockchain krempelt die Versicherungsbranche um

Ob Investmentobjekt oder Digitalisierungsbeschleuniger – Blockchain ist spätestens seit 2017 in aller Munde. Nach anfänglicher Goldgräberstimmung und schwindelerregenden Kursen, zieht die Technologie langsam aber sicher in den Alltag von Banken, Start-ups & Co. ein. Doch um eine milliardenschwere Branche ist es diesbezüglich lange ruhig geblieben.

Richtungsweisend auch im Versicherungswesen: die Blockchain-Technologie

Dabei ist die Technologie genau in den drei Bereichen richtungsweisend, die im Versicherungswesen elementar sind: Prozessautomatisierung, Erschließung neuer Investitionsmöglichkeiten und das Schaffen von Vertrauen. Diese Vorteile bringen auch die traditionell diskrete Versicherungsbranche dazu, in Sachen Blockchain immer mutiger aufzutreten.

Über Umwege: Blockchain als Vorsorge- und Anlagestrategie


Das Krypto-Business bleibt weiterhin hochspekulativ und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Wer trotzdem am Boom teilhaben möchte, sollte sich auf die technologische Basis der Währungen fokussieren, die Blockchain. Es ist natürlich nicht möglich in diese als solche zu investieren. Über Umwege kann der geneigte Investor allerdings von der sich anbahnenden ­Revolution profitieren. Da die Technologie so vielfältig einsetzbar ist, arbeiten viele Unternehmen daran, Blockchain für ihre Prozesse zu nutzen. Sofern erfolgreich implementiert, ist anzunehmen, dass Firmen davon Nutzen erzielen, indem  sie etwa eine Leistungssteigerung erwirken oder Prozesse entwickeln, deren Adaption für andere Unternehmen von Interesse ist. Dieser Annahme folgend, sind aktien­notierte Unternehmen mit entsprechender Blockchain-Affinität gute Investitions­objekte. Hierunter gibt es natürlich auch Flaggschiffe wie IBM, die ohnehin schon recht stabile Gefährten sind und durch die neue Technologie einen zusätzlichen Boost erfahren könnten.

Durch einen Investitionsschwerpunkt in diesem Sektor, können Ausschläge bei den recht volatilen Kryptowährungen aufgefangen werden. So ist es möglich von der technologischen Weiterentwicklung zu profitieren, ohne alles zu riskieren. Bei der Liechtenstein Life haben wir auf dieser ­Basis zum Beispiel einen Blockchain-Fond komponiert, der präzise austarierte Anteile an Edelmetallen, Kryptowährungen und einschlägigen Unternehmen enthält.

Blockchain als Prozess­optimierer für Versicherer


Wie eingangs erwähnt liegt eines der größten Potenziale der Blockchain in der Automatisierung von Prozessen und der Dezentralisierung von Vertrauen. Denkbar sind hier in der Zukunft viele Möglichkeiten mittels Blockchain schnellere, sicherere und transparentere Prozesse zu schaffen. So können zum Beispiel „Smart Contracts” eingesetzt werden – diese prüfen zum Beispiel automatisch Risiken und Schäden. Darüber hinaus bringen sich die ersten Versicherer bereits mit voll automatisierten Versicherungen für besonders standardisierte Fälle, wie zum Beispiel Entschädigung bei Flugverspätungen, in Stellung.  Auch die Liechtenstein Life hat im August dieses Jahres das erste interne Blockchain Projekt auf den Weg gebracht: In Zusammenarbeit mit novaCapta Software & Consulting Schweiz AG und Microsoft wollen wir mittels Blockchain die Leistungsabrechnung modernisieren. Zielsetzung des Projektes ist es, erste Akzente im Bereich Blockchain im Versicherungsbereich zu setzen, Erfahrungen im Umgang mit der neuen Technologie in der Liechtenstein Life zu sammeln, sowie Mitarbeiter und Partner zu sensibilisieren und an das Thema heranzuführen.