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19.01.2019

Arbeitszufriedenheit hat viele Aspekte

Heißes Teewasser kommt aus dem Wasserhahn – kühler Sprudel ebenfalls. Lounge-Möbel im obersten Stockwerk mit fantastischem Blick über die Stadt, frisches Obst und regelmäßige gemeinsame Zubereitung des Mittagessens – das klingt nach einem attraktiven Arbeitsplatz. Und es ist doch nur ein kleines Stück vom großen Glück. 

Ein charmanter Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf das Arbeitsklima und die Produktivität aus

Das jedenfalls erfahren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich, wenn sie in ihren teuer mit Designmöbeln ausgestatteten Arbeitswelten durch Unruhe am Arbeitsplatz gestresst oder durch lästiges Suchen nach freien Besprechungsräumen genervt sind. Eine Arbeitswelt ist nämlich mehr als nur ein punktuelles ­Investment in das vermeintlich Beste, was der nahezu unüberschaubare Einrichtungs-Markt zu bieten hat. Eine wertschätzende, wirtschaftliche und visionäre Arbeitswelt ist zuallererst ein Ergebnis einer ganzheitlichen Planung.

Der Mensch im Mittelpunkt

Diese Planung muss beim Mitarbeiter ­beginnen, ihn mit seinen Bedürfnissen und seinen Arbeitsprozessen in den Mittelpunkt der Analyse und Planung stellen. Welche Daten, welche Kommunikationskanäle, welche physischen Dokumente braucht der Mitarbeiter für die Tätigkeit? Wieviel Konzentration auf Dialoge per Telefon oder Text-Kanäle wie Chat und Whatsapp ist nötig? Und wie viel Kommunikation im Team ist notwendig, um Fragen schnell beantwortet zu bekommen, Probleme schnell zu lösen oder ­entstehende Konflikte zu entschärfen? Wie arbeiten Teams zusammen – durch Coaching am Arbeitsplatz oder in Kreativ-Runden, die gemeinsam neue Konzepte und Strategien entwickeln?

Omnichannel in der Arbeitswelt

Moderne Arbeitsplatzkonzepte bringen alles das an einem Arbeitsplatz zusammen, sind für Kommunikation, Konzentration und Kollaboration gleichermaßen ausgelegt. Dabei bieten sie Raum für Video-Chat oder Video-Beratung. Denn gerade in der Finanzwelt ist der Video-Kanal heute eines der großen Themen, um zentrales Know-how in die Filiale oder direkt zum Kunden zu bringen. Der Fokus auf die Customer Experience und der hohe Digitalisierungsdruck zwingen dazu, neue Wege in der Kundenkommunikation zu gehen.

Damit ändert sich dann folgerichtig auch die Tätigkeit im Customer Service: Komplexe Anlage- und Finanzierungsgespräche werden medial vermittelt geführt, mit Screensharing und Videoübertragung unterstützt. Der Mitarbeiter im Service Center wird zum Experten und dementsprechend anspruchsvoll. Die Wertschätzung der eigenen Person ist wichtig, denn diese Fachkräfte wollen Leistung bringen, wollen das Unternehmen nach vorn bringen. Und deshalb hört die Arbeitswelt nicht beim Arbeitsplatz oder der Gestaltung von Boden, Wand und Decke auf. 

Das Smart Office organisiert sich im Hintergrund

Ein Concierge, der dem Mitarbeiter lästige Alltagsdinge abnimmt oder ein Rückzugsbereich, in dem ein Massagesessel zum Auftanken nach einem emotional anstrengenden Gespräch einlädt, sind echte Hilfsmittel und zahlen direkt auf die Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeiter ein. Ganz im Gegensatz zu medienwirksamen Leuchttürmen schafft die perfekte Arbeitswelt die Grundlage dafür, Leistung und Kreativität dauerhaft zu wecken und zu fördern. Und, mehr noch, sie hält den arbeitenden Menschen langfristig gesund.

In der Zukunft organisiert sich das Smart Office im Hintergrund, sodass der Mitarbeiter keinen Gedanken mehr darauf verwenden muss, ob der Tisch und der Stuhl richtig eingestellt sind, ob der Sonnenschutz am Fenster anders eingestellt oder die Beleuchtung eingeschaltet ­werden sollten. 

Dieses Smart Office erkennt seinen Nutzer zum Beispiel über biometrische Merkmale und stellt sich auf ihn ein. Und wenn im Hintergrund nicht nur intelli­gente Systeme werkeln, sondern auch der ­genannte intelligente Concierge dafür sorgt, dass der Mitarbeiter kurz vor Ladenschluss seine Bestellung beim nächstgelegenen Supermarkt noch rechtzeitig platziert, dann ist eine Arbeitswelt umgesetzt, die begeistert. Eine, die einzigartig gut zu Mensch und Aufgabe passt.

Attraktivität ist wirtschaftlich

Wirtschaftlich ist diese beschriebene ­Arbeitswelt unter anderem auch deshalb, weil der Mitarbeiter optimal unterstützt wird und sich zum Botschafter für das ­Unternehmen entwickelt. Recruiting wird einfacher, die Treue der Beschäftigten wird messbar größer. Der Strahleffekt ­eines Design-Leuchtturms hingegen ­reicht allerdings meist nur bis zum ersten Bewerbungsgespräch. Die Kosten und Potenziale einer Arbeitswelt müssen also immer ­gesamthaft betrachtet werden – der Return on Invest wird damit berechenbar. 

Selbstverständlich gehört zur Attraktivität einer Arbeitswelt auch, Markenwerte zu transportieren, Designelemente intelligent einzusetzen und nach innen wie nach außen überzeugende Gestaltungsideen im Sinne der gelebten Corporate Identity umzusetzen. Die Arbeitswelt muss ein­laden und funktionieren. Sie muss anders gedacht werden. Der erste Schritt dazu ist eine ganzheitliche Planung, die Mitarbeiter – die Nutzer der Arbeitswelt – von ­Beginn an aktiv einbindet.