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Verfügbarkeit als Bestandteil des Geschäftsmodells

Zahlungsabwicklung im E-Commerce toleriert keine Downtime der IT. Die BS PAYONE GmbH – hervorgegangen aus der Verschmelzung der B+S Card Service GmbH und der PAYONE GmbH – ist einer der vielen anspruchsvollen Kunden von Telehouse. Der Payment-Service-Provider ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Sparkassenverlags und damit Teil der Sparkassen-Finanzgruppe.

Automatisierte Zahlungsabwicklung bedarf starker Partner im Hintergrund

Als Full-Service-Zahlungsdienstleister bietet sie ihren Kunden sowohl standardisierte als auch individuelle Payment-­Lösungen für den Point of Sale und im E-Commerce an.

BS PAYONE wickelt mit weltweiter Kundschaft stündlich ca. 20.000 Online Zahlungsvorgänge automatisiert ab. Das Clearingvolumen beträgt mehrere Milliarden Euro jährlich. Kunden wie Zalando oder Hawesko nutzen den IT-Dienstleister für die Zahlungsabwicklung mit deren Endkunden. Das Produkt “Amazon Pay“ wurde im Juni 2017 als Zahlungsart in das Portfolio integriert und wird durch die Käuferanzahl auf der Plattform entsprechendes Transaktionsvolumen mit sich bringen. Die Internetverfügbarkeit muss immer gegeben sein, auch in saisonalen Peakzeiten, wie dem Weihnachtsgeschäft im Handel. Sicherheit des Prozesses und der verwendeten Kundendaten sowie Schnelligkeit beim Bezahlvorgang sind entscheidend für die Qualität der Leistung. 

Als die damalige PAYONE GmbH, gegründet 2003, die eigene IT und Schnittstellen für die technische Abwicklung der Zahlungsprozesse aufbaute, gab es vor Ort einen Rechenzentrumsanbieter, der in den ersten Jahren für Outsourcing genutzt wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die heutige BS PAYONE so dynamisch weiter, dass es erforderlich war, einen neuen Rechenzentrumsbetreiber zu selektieren. Der Anspruch hinsichtlich Verfügbarkeit und einer redundanten ­Rechenzentrumsumgebung für die neue Plattform bewegte sich auf hohem ­Niveau. Die Netzinfrastruktur außerhalb, das heißt die performante Anbindung an das Internet, war im Norden wachstumsbedingt ein kritischer Faktor geworden. Das Telekommunikationszentrum in Deutschland, mit dem Internetknoten DE-CIX in Frankfurt/M., sollte der neue Platz für die Plattform sein. 

Zwei strategische Ziele für den Colocation-Standort, d. h. ein Rechenzentrum für Housing, bestimmten die Entscheidung: Maximale Internetverfügbarkeit zu weltweiten Destinationen und unbegrenzte Skalierbarkeit in der Colocation-Fläche im Rechenzentrum bei permanenter ­Erreichbarkeit der IT-Infrastruktur. Ein Ausfall der Plattform bedeutet, dass große namhafte E-Commerce-Shops und Sales-Plattformen über das Internet temporär keinen Umsatz machen. Da ist nicht nur der entgangene Umsatz ein Risiko, sondern auch ein ­etwaiger Imageschaden. Kunden wollen online jederzeit und gleich shoppen. Entsprechend hoch waren und sind die Anforderungen an die Verfügbarkeit der BS PAYONE-Plattform. ­

Voraussetzungen erfüllt

Der neue Rechenzentrumspartner in Frankfurt/M. sollte eine gewisse Größe bezüglich der Colocation-Fläche haben und wirtschaftliche Stabilität durch Existenzdauer sowie eine solide Kapitalbasis vorweisen können. Beides ist seitens ­Telehouse, einem der globalen Rechenzentrumsanbieter mit der starken Muttergesellschaft KDDI aus Japan gegeben. Telehouse verfügt über Expertise für den Betrieb großer IT-Infrastrukturen als ­erfahrener Lösungsanbieter.

BS PAYONE-Plattform: Sicherheit durch zwei Standorte

Gesetzliche Regularien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben das Management von BS ­PAYONE eine besonders ausgeklügelte Lösung suchen und finden lassen: Eine Plattform, die in zwei Standorten implementiert ist und verschiedene Rechenzentrumsbetreiber einbezieht und dadurch wirtschaftliche Unabhängigkeit sichert, musste implementiert werden. Sollte ein Rechenzentrumsstandort oder die dort betriebene Plattform ausfallen, muss die Erreichbarkeit vom zweiten Standort ­sichergestellt sein. Telehouse ist Generalunternehmer für BS PAYONE und alleiniger Ansprechpartner für Mitarbeiter von BS PAYONE. Dieser Umstand wird von beiden Seiten begrüßt, da die IT-­Verantwortlichen über den regelmäßigen Austausch kontinuierlich eigene Exper­tise aufbauen.

Eine Rack wird bei Telehouse und an dem zweiten Standort der BS PAYONE genutzt. Glasfaser verbindet die beiden Colocation-Flächen in einer Ringstruktur. Redundanz der Anbindung ist so ­gesichert, sollte eine Leitung in einer Richtung kurzfristig ausfallen. Auch die Außenanbindung beider Standorte ist über redundante Internetanbindung aufgesetzt. Die Teams von Telehouse und BS PAYONE können über eine VPN-Tunnelverbindung administrative Tätigkeiten ausführen. 

BS PAYONE hat Kompetenz im eigenen Hause, schätzt aber die Ergänzung durch Beratung und Know-how seitens ­Telehouse. Das hat sich von Beginn an gezeigt. Das Management und die  IT-Verantwortlichen bei BS PAYONE hatten eine klare Vorstellung und damit verbundene Vorgaben, wie die Lösung mit der Plattform gestaltet werden sollte. Das Ausmaß des Projektes war Neuland: 

Wie ist eine redundante Plattform in einem externen Rechenzentrum zu gestalten, damit die Erreichbarkeit in allen Situationen über das Internet gewährleistet ist? 

Übersetzungsarbeit war erforderlich, denn Telehouse hat in dem ersten Angebot einem Gegenvorschlag eingebracht. Das Angebot wurde gemäß der anfänglichen Anforderung und Vorgabe von BS PAYONE angepasst. Letztendlich entschied sich der Kunde nach intensiven Gesprächen für den ursprünglichen Vorschlag von Telehouse, da deren Expertise überzeugte. Aufbau und Implementierung der bestehenden Schnittstellen sowie die Anbindung zu den Endkunden gingen ohne Komplikationen von statten. 

Verschiedene Vorteile überzeugen

Das Ergebnis: Die gesamte Plattform läuft transparent über beide Standorte hinweg. Sie ist physisch verteilt und agiert im Betrieb wie eine einzige.

Funktionalität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit

Die Verfügbarkeit der eigenen Server-Systeme ist gegeben. Die ständige Erreichbarkeit des Clusters von außen, für den Handel und Endkunden, die E-Commerce nutzen, hat Telehouse mit Infrastrukturen gelöst. Dazu gehören Inter­netanbindungen, Firewall zum Schutz und Switching-Komponenten. Services wie die Betreuung der Server- und Speicher-Hardware ergänzen das Leistungsspektrum.

BS PAYONE verzeichnet ein hohes Wachstum. Das bedeutet zugleich Dynamik in der operativen Umsetzung und ­bedingt Skalierbarkeit der Fläche und Stromversorgung, wann immer diese wachstumsbedingt opportun ist. Tele­house kann solche Entwicklungen mit Erweiterungen der Platzanforderungen und Leistungsdichte spiegeln.

Compliance-Anforderungen 

Datensicherheit ist extrem wichtig und eine sensible Aufgabe. BS PAYONE ist zum Schutz der streng vertraulichen Kreditkartendaten „PCI-DSS“ zertifiziert. Die gleiche Zertifizierung haben Telehouse und das externe Rechen­zentrum auch. Dieser Umstand erleichtert es BS PAYONE, die jährlichen ­Audits der Prüfer aufwandsarm zu bestehen. Begutachtet werden die Rahmenbe­dingungen bei BS PAYONE in Kiel und in den Colocation-Flächen der Rechenzentrumsbetreiber in Frankfurt/M. sowie die Plattform und deren Betrieb. Zu dem Audit gehören auch Prozesse und Dokumentationen.