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07.01.2019 von hs

SWIFT GPI erstmals mit Anteil von mehr als 50% am grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr

Im Jahr 2018 hat der GPI-Zahlungsdienst von SWIFT das Korrespondenzbankengeschäft weiter radikal verändert. Mit der Unterstützung einer Vielzahl von Finanzinstituten, darunter die 60 größten Banken der Welt, werden täglich Zahlungen in Höhe von Hunderten von Milliarden über GPI abgewickelt – und damit mehr als die Hälfte (55%) des grenzüberschreitenden SWIFT-Verkehrs.

Luc Meurant, Chief Marketing Officer, SWIFT, erklärte: „Mit dem GPI-Zahlungsdienst – der größten Innovation in der 40-jährigen Geschichte von SWIFT – ist es SWIFT und seiner Community gelungen, den Kern des Korrespondenzbankengeschäfts radikal zu erneuern. Die Umstellung auf GPI seit der Einführung Anfang 2017 erfolgt außergewöhnlich schnell. Innerhalb von weniger als zwei Jahren hat sich GPI zunehmend zum Standard für grenzüberschreitende Zahlungen entwickelt. Der Dienst wurde in Rekordzeit konzipiert, entwickelt und umgesetzt und die Industrie hat ihn mit großer Begeisterung aufgenommen. Daher planen wir nun eine weltweite Einführung bis Ende 2020.“

Als neuen Standard hat SWIFT GPI bereits jetzt die Prozesse bei grenzüberschreitenden Zahlungen wesentlich verbessert, indem er die Geschwindigkeit, Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Zahlungen erhöht. SWIFT GPI-Zahlungen erfolgen in der Regel innerhalb von Minuten oder gar Sekunden. Insgesamt werden über 50% der SWIFT GPI-Zahlungen den Endbegünstigten innerhalb von 30 Minuten gutgeschrieben und fast 100% der Zahlungen innerhalb von 24 Stunden. Zahlungen, die verzögert erfolgen, haben in der Regel klar identifizierbare Gründe, wie beispielsweise die Erfüllung von spezifischen Zahlungsvorschriften im Empfängerland.

„Die höhere Geschwindigkeit von GPI kommt sowohl den Banken als auch ihren Endkunden zugute“, fügte Meurant hinzu. „Für die Banken trägt sie dazu bei, die Kapitalunterlegung im internationalen Zahlungsverkehr zu reduzieren, während sie für die Endkunden der Banken liquide Mittel freisetzt und eine schnellere Warenbewegung ermöglicht. Der Service hat die Zahlungsprozesse erheblich verbessert, indem er viele der Probleme beseitigt hat, die bisher zu zeitaufwändigen und kostspieligen Rückfragen geführt haben. Die damit verbundene Transparenz reduziert nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch den Zeitaufwand für die Bearbeitung der verbleibenden Rückfragen.“

Die globale Nutzung von GPI hat sich im Laufe des Jahres beschleunigt, weil große Banken aus der ganzen Welt den Dienst eingeführt haben. Diese außergewöhnlich rasche Verbreitung von GPI führte im Juni zur Ankündigung von SWIFT, dass bis Ende 2020 eine allgemeine weltweite Einführung von GPI angestrebt werde. Bis dahin sollen alle 10.000 Banken im SWIFT-Netzwerk eine End-to-End-Lieferung am selben Tag mit vollständiger Zahlungsverfolgung und Transparenz über die gesamte Zahlungskette anbieten können.

Darüber hinaus kündigte SWIFT im Laufe des Jahres eine Reihe wichtiger Entwicklungen und Verbesserungen des Dienstes an:

Einführung eines eindeutigen Identifikationsmechanismus

Die eindeutige End-to-End-Transaktionsreferenz (UETR) von GPI ist seit November in sämtlichen Zahlungsanweisungen enthalten, die zwischen allen 10.000 an SWIFT angebundenen Banken durchgeführt werden – unabhängig davon, ob es sich bei den Absendern um GPI-Banken handelt oder ob sie GPI-Zahlungen ausführen. Die Erweiterung der UETR ist ein wichtiger Meilenstein, weil sie die Transparenz deutlich erhöht und den Nutzern ermöglicht, alle Zahlungen zurückzuverfolgen, unabhängig davon, ob die Gegenpartei GPI beigetreten ist oder nicht. Außerdem hat sie mehr Banken dazu bewegt, sich dem Service anzuschließen.

 

Ausrollen der Tracking-Funktionalität im gesamten Netzwerk

Ab 2019 werden alle Banken im SWIFT-Netzwerk – nicht nur die bei GPI angemeldeten – in der Lage sein, ihre Zahlungsaktivitäten nachzuverfolgen und zu überwachen. Der Rollout der Tracking-Funktionalität soll die gesamte Branche auf die weltweite Einführung von GPI bis Ende 2020 vorbereiten.

 

Integration in nationale Zahlungssysteme

SWIFT kooperiert mit den meisten großen nationalen Großzahlungssystemen, um sicherzustellen, dass GPI-Zahlungen auch in fast 100 inländischen Systemen auf der ganzen Welt zurück verfolgt werden können, einschließlich der Systeme in allen großen Volkswirtschaften. Dadurch können viele der Vorteile von GPI auch jenseits des umfassenden Einsatzbereichs von SWIFT genutzt werden.

 

Grenzüberschreitende Echtzeit-Zahlungen

In der Region Asien-Pazifik hat SWIFT erfolgreich einen grenzüberschreitenden Echtzeit-Zahlungsservice auf Basis von SWIFT GPI getestet. In Zusammenarbeit mit Banken in Australien, China, Thailand und Singapur hat das Pilotprojekt erfolgreich gezeigt, dass durch die intelligente Vernetzung von GPI und GPI-Banken mit inländischen Echtzeitzahlungssystemen auch grenzüberschreitende Zahlungen nahezu in Echtzeit abgewickelt werden können. Dies gilt selbst für den Fall, dass die Transaktionen eine inländische Abwicklung durch Banken umfasst, die GPI nicht beigetreten sind. Die schnellste direkte Zahlung zwischen zwei GPI-Banken in diesen Korridoren wurde von einer GPI-Bank in Singapur initiiert und innerhalb von neun Sekunden auf ein Bankkonto bei einer australischen GPI-Bank gutgeschrieben – dies entspricht faktisch einer grenzüberschreitenden Zahlung in Echtzeit.

 

Vorabprüfungs-Funktionalität für Zahlungen

SWIFT hat ein Pilotprojekt für einen API-basierten integrierten GPI-Dienst zur Vorabprüfung von Datensätzen angekündigt, der eine schnelle Identifizierung und Behebung von Problemen bei Zahlungsanweisungen ermöglichen soll. Das Projekt steht für die erste Phase der Einführung eines ehrgeizigen GPI-Validierungsprogramms, das sich auch mit der Nutzung von prädiktiver Analytik und künstlicher Intelligenz befassen wird, um die Vorhersehbarkeit internationaler Zahlungen zu verbessern.

 

Multi-Bank-Tracking-Lösung für Unternehmen

SWIFT hat GPI for Corporates (G4C) auf den Markt gebracht – eine Multi-Bank-Zahlungsverfolgungslösung, die es Unternehmen ermöglicht, einen umfassenden Überblick über ihre grenzüberschreitenden Zahlungsflüsse in Echtzeit zu erhalten. Mit dem neuen Service können Banken ihren Firmenkunden GPI-Informationen auf standardisierte Weise zur Verfügung stellen. Die Firmen können so ihre GPI-Zahlungen an und von mehreren Banken gleichzeitig in einem einzigen Format initiieren und verfolgen sowie in ihre Backoffice-Funktionen integrieren, um so durch automatisierte End-to-End-Datenflüsse die Effizienz und Transparenz zu steigern.

 

Verbesserte Business Intelligence

SWIFT hat einen neuen Dienst zur Verbesserung der Business Intelligence im Zahlungsverkehr entwickelt: GPI Observer Analytics. Er bietet den Banken einen umfassenden Einblick in ihre GPI-Zahlungsverkehrsströme. Die einzigartige Markt- und Wettbewerbsanalyse von GPI Observer Analytics ermöglicht es ihnen, auf zuverlässige Daten zurückzugreifen, um ihre Leitwegsteuerung zu optimieren, ihre Strategien für grenzüberschreitende Zahlungen zu verfeinern und ihre Service Level Agreements zu optimieren. Dies führt zu niedrigeren Kosten, schnelleren Zahlungen und einem wesentlich verbesserten Nutzen für Endkunden.

 

Gewonnene Preise

Im Jahr 2018 wurde SWIFT für GPI mit drei renommierten Branchenpreisen ausgezeichnet: bei den Central Banking Awards als bester Anbieter von Zahlungs- und Abwicklungstechnologien (Best Payments and Settlement Technology Provider), bei den Banking Technology Awards als beste Initiative im Bereich des geschäftlichen Zahlungsverkehrs (the best Corporate Payments Initiative) und von The Economic Times für die beste Produktinnovation.