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20.07.2017 von kpl

Sozial verträgliche Lösung für Personalüberhang in Sparkassen

Kosten senken, Arbeitsplätze sichern, regional bleiben. Dieser Dreiklang scheint auf den ersten Blick einen Zielkonflikt darzustellen. Mit dem richtigen Modell gelingt es, Personalkosten zu reduzieren, ohne Personal freizusetzen. Im selben Zuge werden Prozesse standardisiert und automatisiert.

Bewährte Dienstleistung aus der Sparkassengruppe für die Sparkassengruppe (Bildquelle: vege / Fotolia)

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist Deutschlands größte Kreditinstitutsgruppe. Wie alle Kreditinstitute haben auch die Sparkassen mit der aktuellen Marktsituation zu kämpfen und suchen nach den richtigen Stellhebeln, um Kosten zu senken. Ein Blick auf die Verwaltungskosten zeigt, dass rund zwei Drittel Personalaufwendungen und somit einen entscheidenden Fixkostenblock darstellen. Wird dieser Kostenblock näher analysiert, sind zwei Trends zu erkennen: Trotz leicht sinkender Mitarbeiterzahlen, steigen die Personalkosten bedingt durch eine Tariferhöhung an. Parallel wird der Personalüberhang in den Instituten größer. Auslöser sind unter anderem die Straffung des Filialnetzes und die fortschreitende Digitalisierung der Bankgeschäfte. Für Sparkassen stellt diese Situation eine vermeintliche Zwickmühle dar. Auf der einen Seite müssen Kosten gesenkt werden, auf der anderen Seite ist die regionale Arbeitsplatzsicherheit unabdingbar.

 

Bündelung im Verbund

 

Die Sparkassen-Finanzgruppe hat mit der DSGF ein Unternehmen in ihren eigenen Reihen, welches eine Lösung dafür bereitstellt. Mit dem Modell DSGF.regio hat der Back-Office-Dienstleister einen Ansatz geschaffen, um Sparkassen bei der Bewältigung dieser Aufgabe zu unterstützen. Die Institute profitieren dabei nicht nur von Kosteneinsparungen, sondern auch von Effizienzen durch standardisierte Prozesse sowie durch die Bündelung erzielter Skaleneffekte. Mit der Umsetzung des Modells ist keine Änderung der Gesellschaftsstrukturen der Sparkasse notwendig. Mit der Übergabe der Back-Office-Aufgaben übergibt die Sparkasse ebenfalls die Führung der Mitarbeiter in das Direktionsrecht der DSGF.

 

In der Praxis findet das Modell seine Anwendung, indem die Sparkasse ganze Bereiche, wie die Marktfolge Aktiv oder Marktfolge Passiv, abkapselt und komplett an die DSGF überträgt. Die DSGF übernimmt nicht nur die Prozesse, sondern beschäftigt auch die Mitarbeiter der Sparkasse in Form einer Personalgestellung weiter. Die Mitarbeiter bleiben dabei weiter bei ihrer Sparkasse angestellt. Auch regional bleibt alles beim Alten, denn die Mitarbeiter verbleiben am bisherigen Standort und die DSGF mietet die entsprechenden Räumlichkeiten von der jeweiligen Sparkasse. Die DSGF stellt die Abwicklung auf die PPS-Dienstleisterprozesse um und gliedert die gekapselte Einheit aus der Sparkasse in ihre virtuelle Fabrik ein.

 

„45 Prozent der Verwaltungskosten der Sparkassen entfallen auf Back-Office-­Leistungen. Wir haben in diesem Kostenblock großes Einsparpotential gesehen und die gesamte Marktfolge Passiv mit über 100 Mitarbeitern und fast 200 Prozessen an die DSGF übergeben. Durch die Auslagerung an die DSGF sparen wir perspektivisch einen Millionenbetrag ein. Die DSGF hat spezielle Software und IT für diese Prozesse, die sich für uns allein gar nicht rechnen würde.“
Dr. Bernd Hochberger, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse München

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