Geldinstitute > Strategie

30.10.2018 von Marc Schuckmann und Axel Saß, beide bei Red Hat

Open Source treibt Innovationen voran

Das inhomogene Spektrum von Mainframes, UNIX-Systemen und Windows-Servern ist ­modernen Herausforderungen oft nicht mehr ­gewachsen. Die heute erforderliche Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit lassen sich damit nur schwer erzielen. Open-Source-­basierte Microservices und Container-Technologien stehen als Lösung bereit. 

Open Source befördert Mobilität

In einem von intensivem Wettbewerb zwischen etablierten und neuen Playern geprägten Markt kann die schnelle Bereitstellung neuer Produkte und Services ein entscheidender Aspekt für den Erfolg von Banken sein. Open-Source-Lösungen und die Art und Weise, wie sie ent­wickelt werden, können dazu beitragen die Geschwindigkeit zu liefern, die der Finanzsektor heute benötigt. Das gilt für viele Applikationen: angefangen von ­Lösungen für mobile Bankgeschäfte, die Kunden mit ihren Smartphones erledigen – sei es die Kontoeröffnung, Instant Payment am Point of Sale, Bargeld abheben, Überweisungen oder Wertpapiergeschäfte – bis hin zur Migration der Kernbanksysteme von proprietären Umgebungen zu standardbasierten x86-Servern.

Aktueller Schwerpunkt sind mobile Anwendungen

Einer der Schwerpunkte des Open-Source-Einsatzes bildet aktuell die Entwicklung mobiler Anwendungen. Bei der Auswahl einer Open-Source-basierten Mobile ­Application Platform sollten Entwickler bei Finanzdienstleistern darauf achten, dass die Umgebung agile, Cloud-native und Microservices-basierte Ansätze unterstützen kann. Darüber hinaus kann der Einsatz einer Mobile Application Platform in einer Container-Applikations­umgebung – wie beispielsweise Red Hat OpenShift – entscheidende Vorteile bringen: Banken erhalten damit eine gemeinsame Umgebung für die Entwicklung und den Betrieb mobiler Applikationen, zusammen mit bereits im Einsatz befindlichen Bankanwendungen, deren Migration in die Cloud geplant ist. Mit Open-Source-basierten Entwicklungsumgebungen für mobile Applikationen, die Microservices und Container-Technologien nutzen, können Release-Zyklen verkürzt werden. Um die unterschiedlichen Mobilgeräte zu versorgen, können Entwickler Open-Source-basierte Frameworks einsetzen, die offene Standards unterstützen. Zum Einsatz kommen können hier Sprachen und Frameworks wie beispielsweise Java, Node.js, Python, Ruby, Spring Mobile und weitere Open-Source-basierte Technologien. Sie alle können von der großen Zahl engagierter Open-Source-Entwickler aus der Community profitieren, die an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung vorhandener und neuer, ­innovativer Funktionen arbeiten. 

Der Einsatz solcher Umgebungen hilft ­Finanzdienstleistern zum einen bei der ­Gewinnung zusätzlicher IT-Fachkräfte, die bevorzugt mit neuen und innovativen Werkzeugen arbeiten wollen. Zum anderen können Banken auch von den schnellen ­Innovationszyklen der Entwicklungsumgebungen profitieren und sie sind damit in der Lage, entsprechende Funktionen in ihre Produkte und Services einzubauen, und können einen Wettbewerbsvorsprung erzielen. Aktuell konzipieren Entwickler bei Finanzdienstleistern beispielsweise Browser-basierte Anwendungen als Microservices, etwa bei Online- und Mobile-Banking-Applikationen. Container und Microservices eignen sich jedoch nicht nur für die Konzeption neuer Applikationen. Auch vorhandene Applikationen können als Container verpackt werden – und es sind in aller ­Regel mehr Anwendungen als vermutet. 

Linux im Core-Banking-Bereich

Das Betriebssystem Linux kommt in einigen Anwendungsszenarien im Bankenbereich bereits zum Einsatz, beispielsweise auch bei Core-Banking-Applikationen. So hat etwa eine Schweizer Bank ihre Core Banking Application von einer proprietären UNIX-Umgebung auf eine x86-Plattform unter Red Hat Enterprise Linux migriert. Als Ergebnis der Migration konnte die Bank die Total Cost of Ownership senken. Mit dem Betrieb der Kernbankanwendung unter Linux kann die Bank heute schneller, flexibler und kostengünstiger auf neue Anforderungen reagieren.


Autoren: 

  • Marc Schuckmann, Senior Manager Sales Financial Services - Software bei Red Hat
  • Axel Saß, Chief Architect, Banking Germany bei Red Hat