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18.04.2017 von kpl

… Kundenbindung kostet

Sparkassen sind mutig, weil sie müssen, zumindest einige. Sie drehen an der Gebührenschraube -  und das an einem der letzten wirklichen Touchpoints, die sie noch besitzen: am Geldausgabeautomat. Der Reputation ist das nicht förderlich.

 
Kommentar von Herbert Sebald, Chefredakteur av-finance.com

 

Der Zwang ökonomischen Handelns führt ins Kleinteilige. Nagen die Sparkassen wirklich so am Hungertuch, dass einige zehn Tausend Euro mehr Ihnen helfen werden. Wohl kaum! Sie gefährden das wichtigste Gut, das Vertrauen des Kunden in seine Bank. Von Gier ist in Online-Foren oft zu lesen… und das ist das erste Warnsignal!

 

Sparkassen, wie auch die Genossen, zeigten sich als die weißen Ritter in der Folge der Finanzkrise. Dass die Konsequenzen sie jetzt härter treffen als die Verursacher - die globalen Großbanken - bleibt tragisch. Doch kurz gedachte Bepreisungen schaden dem Image und damit der Zukunftsfähigkeit. Objektiv lassen sich Gebühren rechtfertigen, denn den Bargeldkreislauf perfekt und sicher am Laufen zu halten, kostet. Diese Investitionen rechnen sich, denn sie binden den Kunden an die Bank.

 

Wer an der Ertragsschraube drehen möchte, der sollte weiter denken. Zielgruppensegmentierte Pauschalangebote a la „All you can eat“, „All inclusive“ oder wie die BankingFlatrate auch immer heißen mag, sorgen für höhere Rendite bei höherer Kundenzufriedenheit. Den Bezug zu anderen Geschäftszweigen wählten wir mit Bedacht. Wettbewerbsintensive Branchen zeigen bereits jetzt Lösungen auf. Bleiben Sie mutig!