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04.04.2019 von red

Internationale Experten unterstützen Umstellung auf ISO 20022

Angesichts der von mehreren Zahlungsverkehrs-Infrastrukturanbietern im Bereich von Großbetrags- und Echtzeitzahlungen geplanten Umstellungen auf die ISO 20022-Norm haben sich die Mitglieder der SWIFT-Community darauf geeinigt, gemeinsame, durchgängige Umsetzungsregeln zu schaffen. Sie sollen höhere Effizienz schaffen, End-to-End STP unterstützen, Compliance-Prozesse und die Identifizierung von Kontrahenten erleichtern sowie die Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten fördern.

Dazu hat SWIFT die erste Cross-Border Payments and Reporting Plus (CBPR+)-Gruppe einberufen – eine Arbeitsgruppe internationaler Zahlungsexperten, die globale Marktpraktiken und Umsetzungsrichtlinien (Market Practice and Implementation Guidelines) zur allgemeinen Einführung und Implementierung der ISO 20022 für grenzüberschreitende Zahlungen formulieren wird.

Die von der Gruppe erarbeiteten Leitlinien legen den Grundstein für die erfolgreiche Migration des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs auf ISO 20022 ab November 2021. Ein standardisierter Gesamtansatz soll die Implementierungskosten für die gesamte Branche senken.

Der Start der grenzüberschreitenden Migration im Jahr 2021 erfolgt zeitgleich mit der Einführung der ISO 20022 bei Großbetrags-Zahlungssystemen in der Eurozone sowie kurze Zeit später auch durch Betreiber in den USA und Großbritannien. Eine vierjährige Koexistenzphase soll allen Mitgliedern der SWIFT-Community die Umstellung bis Ende 2025 ermöglichen. Zur Unterstützung der Community stellt SWIFT einen Übersetzungsdienst zwischen ISO 20022 und dem MT-Messaging-Standard bereit.

SWIFT stellt zudem auch Testumgebungen für die Institute bereit, die sicherstellen sollen, dass die jeweilige Übertragung den Richtlinien der Arbeitsgruppe entspricht, und mit denen der Übersetzungsdienst überprüft werden kann.

„Da die Umstellung auf ISO 20022 eine von der Community vorangetriebene Initiative ist, hat die Arbeit der  Gruppe bei einem Projekt dieser Größenordnung einen entscheidenden Anteil am Erfolg. Von der Berücksichtigung der Herausforderungen im Markt bis hin zur Prüfung der aktuellen Marktpraktiken zur Sicherstellung der Interoperabilität spielt die Gruppe eine zentrale Rolle – sowohl bei der Identifizierung potenzieller Hindernisse für eine zeitgerechte Migration als auch bei der Festlegung globaler Nutzungsrichtlinien, die alle Marktteilnehmer ebenso wie die zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden berücksichtigen.“, erklärte Paula Roels, Head of Market Infrastructures and Industry Initiatives bei der Deutschen Bank.

Die Umstellung auf ISO 20022 ist eine von der SWIFT-Community getriebene Maßnahme, die ein ständiges Engagement der SWIFT-Nutzer und einen fortlaufenden Dialog zwischen ihnen erfordert. SWIFT fordert die Community auf, die Leitlinien im Laufe ihrer Reifung zu prüfen und zu kommentieren. Die Leitlinien werden auf der Plattform MyStandards veröffentlicht, so dass sie für alle interessierten Parteien leicht zugänglich sind.

Harry Newman, Head of Banking bei SWIFT, sagte: „Unsere Aufgabe ist es, geschäftliche und betriebliche Interaktionen so weit wie möglich zu standardisieren und einen nahtlosen Dienst bereitzustellen, den Banken ihren Kunden zu wettbewerbsfähigen Konditionen anbieten können. Die Vorteile des gemeinsamen Regelwerks innerhalb von SWIFT GPI zeigen, wie erfolgreich dieser Ansatz ist. Die Arbeit der Gruppe für die Begleitung der allgemeinen Umsetzung der ISO 20022 führt die Transformation des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs fort.“