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05.07.2018 von hs

Instant Zahlungen bei den Sparkassen

Die Umsetzung von Echtzeit-Überweisungen oder Instant Payments in Deutschland macht Fortschritte. Vom 10. Juli an können die rund 50 Millionen Kunden der bundesweit 385 Sparkassen in Echtzeit Geld transferieren. "Das ist ein ganz wesentlicher Schritt für den deutschen Markt", betonte Accenture-Experte Oliver Hommel.

Für einen echten Durchbruch von Instant Payments müssten allerdings auch die anderen Banken und Bankengruppen nachziehen. Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen die technischen Voraussetzungen bis Ende November schaffen, 2019 soll es dann für deren Kunden losgehen.

"Die Sparkassen-Finanzgruppe ist die erste Institutsgruppe in Deutschland, die Echtzeit-Überweisungen anbietet", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, der Deutschen Presse-Agentur. "Unsere Kunden können damit Geld in Sekundenschnelle überweisen – ganz einfach und sicher."

 

Seit November sind in Europa Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden technisch möglich. Anfangs gab es nur ein Angebot der HVB. Weitere Banken zögerten, die flächendeckende Einführung in Deutschland wurde aber immer wieder verschoben. Jetzt gehen Branchenkenner davon aus, dass bis zum Jahresende weitere Geldhäuser Instant Payment ins Portfolio aufnehmen werden, sie erwarten sich zusätzliche Einnahmeerlöse. Die Kosten für ein zeitgleiche Überweisung liegen zwischen 50 und 100 Cent.

 

Die Deutsche Bank will Berichten zufolge ebenfalls ab Herbst Echtzeit-Überweisungen anbieten. Nach Einschätzung von Hommel dürften Instant Payments in 5 bis 10 Jahren die normale Überweisung komplett ablösen. Die Teilnahme an dem Verfahren ist für Banken freiwillig. In Europa sind seit dem 21. November 2017 die "SCT Inst" genannten schnellen Überweisungen möglich. Seit November können HVB-Kunden über das reguläre Online-Banking Überweisungen in Echtzeit tätigen. In Europa bieten nach Angaben von EBA Clearing bislang 22 Institute in 12 Ländern Instant Payments an. Zählt man die Institute hinzu, die ihre Teilnahme an dem Verfahren angekündigt haben, kommt man auf fast 1.100 Zahlungsdienstleister in 15 Ländern.