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07.08.2018 von hs

Gute Anlage: Warum Banken offener für die Cloud werden müssen

Sie hinken hinterher – noch. Bei der Nutzung von Cloud Computing sind Banken einer Studie von KPMG und Bitkom zufolge im hinteren Mittelfeld angesiedelt. Während die Cloud bei 70 bis 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland in zahlreichen Branchen eine feste Größe ist, sind es im Bankwesen gerade 59 Prozent. In puncto Cloud sind Banken im Vergleich zu anderen Branchen also Nachzügler.

Dennoch lässt sich derzeit ein Paradigmenwechsel feststellen von „Absolutes No-Go“ hin zu „Ganz ohne geht es doch nicht“. Schließlich setzen immer mehr Banken bewusst auf den Einsatz von Cloud-basierten Lösungen. Die Namen reichen von JP Morgan und Goldman Sachs hin zur Deutschen Bank und Commerzbank. Dies mag zum einen daran liegen, dass die sogenannten Fintech Start-ups (wenn man so will, die „Jungen Wilden“) das traditionelle Bankwesen mit innovativen Apps und Services aus der Cloud herausfordern. Genauso wahr ist aber auch, dass Mobile Banking, wie es alle großen Bankinstitute schon jahrelang anbieten, ohne Cloud Computing schlichtweg nicht denkbar ist. Zudem verstärken die steigende Preissensibilität und die zunehmende Offenheit der Kunden, das Kreditinstitut zu wechseln als auch die anhaltende Niedrigzinsphase den Wettbewerb und Kostendruck.

 

Passt perfekt: Cloud und DevOps

Die Zeiten, in denen ein Nein zur Cloud im Bankwesen quasi allgemeingültige Branchenregel war, sind endgültig vorbei. Dafür sind ihre Anwendungsszenarien mit Infrastructure-, Plattform-, Software-, und Analytics-as-a-Service einfach zu vielfältig. Hinzu kommt die zunehmende Verbreitung von DevOps in der Cloud, was in Teilen die Softwareentwicklung revolutioniert hat.

 

„Always-On“-Anwendungen und Kostenvorteile

Da Banken schon immer – und nicht erst in Zeiten von GDPR – sehr hohe Anforderungen an die Datensicherheit erfüllen müssen, ist die Tendenz, kritische Daten und Anwendungen entweder in einer On-Premise oder Hosted Private Cloud-Umgebung zu betreiben, durchaus begründet. Andererseits ist für einen schnellen und effizienten Entwicklungsprozess die Public Cloud mit ihrer flexiblen Bereitstellung von IT-Ressourcen bestens geeignet. Immer dann, wenn eine gewisse Dynamik gegeben ist – sei es im DevOps-Bereich oder auch durch das An-und Abschalten von Anwendungen – ergeben sich in der Cloud durchaus signifikante Kostenvorteile. Trotzdem gilt es an dieser Stelle auch mit einem wichtigen Vorurteil aufzuräumen: Bei sogenannten „Always-On“-Anwendungen, die rund um die Uhr betrieben werden, gibt es keine automatischen signifikanten Kostenvorteile einer Public Cloud-Lösung gegenüber einem gut organisierten Betrieb in einer On-Prem- oder Private Cloud-Umgebung.

 

Von BaFIN bis GDPR: Cloud-Anbieter müssen sich anpassen

Kaum eine andere Branche muss so viele regulatorische Vorlagen auf nationaler wie internationaler Ebene erfüllen wie das Bankwesen. Während physikalische Ressourcen jederzeit eindeutig bestimmt werden müssen und personenbezogene Daten nicht die europäische Union verlassen dürfen, muss die BaFin jederzeit in der Lage sein, Audits durchzuführen. Eine meist über Jahrzehnte hinweg gewachsene IT-Infrastruktur vor diesem Hintergrund zukunftssicher zu machen, ist eine umso schwerere und komplexere Aufgabe. Fakt ist aber auch, dass führende Cloud-Anbieter ihr Angebot genau an eben diese komplexen Gegebenheiten und Anforderungen angepasst haben.

 

Anfang einer neuen Ära: Multi-Clouds

Die Cloud-Welt lässt sich anno 2018 zudem nicht mehr nur in Private, Public oder Hybrid einteilen. Der Trend geht einen großen Schritt weiter in Richtung Multi-Cloud, wobei Cloud-Lösungen verschiedener Anbieter und auch On-Prem/Private Cloud-Lösungen miteinander vernetzt werden. Das Splitten in mehrere Cloud-Umgebungen kann für Banken in der Praxis beispielsweise von Vorteil sein, indem Systeme für unterschiedliche Anwendungen, Automaten oder Services separat laufen. Wir raten unseren Kunden daher dazu, auf Software-Anwendungen zu setzen, die sowohl in Cloud-Umgebungen unterschiedlicher Anbieter als auch On-Prem im eigenen Rechenzentrum auf eigener oder virtualisierter Hardware betrieben werden können. Damit hat man die größtmögliche Flexibilität, Finanzsicherheit und vermeidet einen Cloud-Vendor-Lock-In.

 

Hier und Jetzt: kritischer Moment von IT-Verantwortliche

Neben dem Aufbau einer intelligenten Cloud-Infrastruktur ist jetzt ein kritischer Moment für IT-Verantwortliche, an aktuelle Zukunftstechnologien wie Big Data Analytics, Business Intelligence (BI), Deep Learning und Künstliche Intelligenz zu denken – auch weil viele Geschäftsprozesse wie CRM, Risikomanagement und Fraud-Analyse gar nicht mehr wirksam ohne Analytics und BI betrieben werden können. Sie können maßgeblich dazu beitragen, unbekannte Märkte, Produktideen, Kundensegmente und Wettbewerbsvorteile zu ermitteln, aber auch Prozesse und die IT-Sicherheit zu optimieren – wie aktuelle Anwendungen bei der Danske Bank oder Standard Chartered Bank zeigen. Mit dem Teradata Everywhere-Ansatz erhielten beide Banken die Freiheit, die Teradata Analytics-Software für eine große Bandbreite von Bereitstellungen zu nutzen – wodurch sie nun in der Lage sind, ihre Daten überall und jederzeit zu analysieren.

 

Zukunft gehört den „Smart Banks“  

Damit andere Branchen den etablierten Banken weder davonrennen, noch Fintechs mittels datenbasierter Customer Experience zu einer marktbeherrschenden Kraft werden, müssen klassische Kreditinstitute unbedingt technologisch offener werden. Nur so sind sie in der Lage, die Digitale Transformation erfolgreich zu meistern und zu einer „Smart Bank“ der Zukunft zu werden, die die großen Datenmengen sinnvoll einzusetzen versteht.