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20.07.2017 von hs

Einsatz von SWIFT GPI eingefordert

Sechs führende Schweizer Firmenkunden mit internationalen Aktivitäten – darunter ABB, Nestlé, Roche, SBB, Swiss Re und Würth – haben einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie ihre Unterstützung für den SWIFT GPI (Gobal Payments Innovation) Service erklären und die Banken weltweit darin bestärken, diesen Service zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs zu nutzen.

Diese Firmenkunden stellen in ihrem Brief fest, dass SWIFT GPI die Problempunkte in Angriff genommen hat, die sich ihnen derzeit bei der Ausführung grenzüberschreitender Zahlungen stellen: Firmenkunden-Treasurer und Finanzmanager haben kaum Einsicht in das, was mit ihren grenzüberschreitenden Zahlungsanweisungen geschieht, sie wissen nicht, wann Zahlungen gutgeschrieben oder welche Gebühren davon einbehalten werden. Ebenso wenig wissen sie, ob oder warum eine Zahlung zurückgewiesen wurde. Nachforschungen können zeitaufwendig und teuer werden. Zudem ist nicht immer klar, welche Partei eine Nachforschung einleiten sollte. Dies kann zu Problemen mit Zulieferern oder Endabnehmern führen und zunehmende finanzielle Risiken aus Zahlungsverzögerungen oder sogar betrügerischen Handlungen mit sich bringen.

 

Die Gruppe stellt fest, dass „SWIFT GPI als eine seit langem überfällige, grundlegende Verbesserung anzuerkennen ist, die abzielt auf den Bedarf der Kunden an höherer Geschwindigkeit bei grenzüberschreitenden Zahlungen, mehr Transparenz und End-to-End-Tracking.” In dem Brief heißt es weiter: „Aufgrund der starken Unterstützung in der Finanzindustrie auf der ganzen Welt und der zunehmenden Zahl führender Transaktionsbanken, die sich bei dem Service engagieren, sind wir überzeugt, dass SWIFT GPI eine erhebliche Verbesserung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr darstellt. Eine steigende Zahl von Banken, die diesen Service bereits aktiv betreiben, haben somit die Forderungen von Firmenkunden-Treasurern aufgegriffen. Die übrigen Banken können es sich daher kaum leisten, der Initiative nicht beizutreten und den Service so schnell wie möglich aufzunehmen. Wir erwarten, dass künftig alle unsere grenzüberschreitenden Zahlungen von Anfang bis Ende SWIFT GPI-Zahlungen sein werden.”

 

„Wir hören denselben ‚Aufruf zum Handeln‘ von Firmenkunden aus der ganzen Welt. Sie wollen so schnell wie möglich wissen, wenn eine Zahlung beim Begünstigten angekommen ist. Sollte es ein Problem auf dem Weg zum Zahlungsempfänger geben, möchten sie eine effizientere Aufklärung des Fehlers haben”, sagte Marc Delbaere, Head of Corporates and Supply Chain bei SWIFT. Im Zusammenhang mit den an SWIFT angeschlossenen Firmenkunden fügte Delbaere hinzu: „Natürlich wünschen große Unternehmen, die von SWIFT ‚Multi-Banking‘-Lösungen gewohnt sind, dieselben Leistungen von allen Banken. Wir arbeiten derzeit sehr eng mit den Banken daran, diese Leistungen zum Vorteil der Firmenkunden-Community an den Markt zu bringen.”

 

SWIFT GPI ist der neue Standard für grenzüberschreitende Zahlungen, der das Echtzeit-Tracking von Zahlungen mit der Gewissheit eines taggleichen Settlements verbindet. Seit der Service im Januar 2017 den Betrieb aufgenommen hat, haben 20 globale Transaktionsbanken mit dem aktiven Einsatz oder der Implementierung des SWIFT GPI-Service begonnen, 50 weitere stehen derzeit zur Implementierung an.

 

„Bereits heute können Firmenkunden aufgrund der vielen Banken, die SWIFT GPI nutzen, die verbesserten Leistungen über Verbindungen in mehr als 85 Länder direkt von ihren Banken erhalten. Mit dem offenen Mitgliedschaftsmodell begrüßen wir noch viele weitere Banken beim Anschluss an SWIFT GPI. Damit reagieren wir auf den Bedarf ihrer Kunden, wie Firmenkunden aus aller Welt bestätigen”, ergänzte Wim Raymaekers, Head of Banking Markets and SWIFT GPI bei SWIFT.