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05.10.2017 von hs

Echtzeit-Tracking bei Auslandsüberweisungen erwünscht

Studie von SWIFT und EuroFinance legt Bedarfsliste von Firmenkunden für Verbesserungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr offen.

Eine aktuelle Untersuchung von SWIFT und EuroFinance zeigt auf, welcher Verbesserungsbedarf bei grenzüberschreitenden Zahlungen aus Sicht von Firmenkunden besteht. Die Studie The Future of Payments: A Corporate Treasury Perspective, die auf der EuroFinance International Conference in Barcelona vorgestellt wurde, hat die Vorstellungen von 300 Treasury-Fachkräften in Unternehmen aus 18 verschiedenen Branchen weltweit untersucht, deren Bandbreite kleine und mittlere Firmenkunden bis hin zu globalen Konzernen umfasst.    

Die Ergebnisse der Untersuchung identifizieren drängende Probleme wie etwa fehlende Nachverfolgungsmöglichkeit bei Überweisungen, fehlende Gutschriftbestätigungen, mangelnde Einsicht in Bankgebühren-Abzüge bei Transaktionen sowie Unstimmigkeiten zwischen dem überwiesenen und dem beim Empfänger eingegangenen Betrag. Die Mehrheit der befragten Firmen-Treasurer setzten die Echtzeit-Nachverfolgung an die Spitze ihrer Liste mit Verbesserungswünschen, gefolgt von höherer Konsistenz bei Zahlungsabläufen zwischen den Banken und besserer Einsicht in die Bankgebühren.

„Firmenkunden erwarten größere Transparenz bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Sie wollen wissen, was mit der Überweisung passiert und wann sie dem Konto des Begünstigten gutgeschrieben wurde. Das war bis jetzt nicht möglich. Die Studie bestätigt die Bedeutung der SWIFT-Initiative ‘Global Payments Innovation’ (GPI), da diese die entscheidenden Problempunkte adressiert”, erläuterte Wim Raymaekers, Head of Banking Market and SWIFT GPI bei SWIFT.

Die Treasurer äußerten zudem ihre Ansichten über die Zusammenarbeit mit alternativen Zahlungsdienstleistern. Trotz des Hype um dieses Thema nutzen derzeit nur 8% der Befragten alternative Zahlungsdienstleister für ihre Auslandsüberweisungen. Die Mehrheit der Befragten haben nicht die Absicht, alternative Lösungen einzusetzen. Die größten Bedenken gegenüber neuen Zahlungslösungen werden in der Skalierbarkeit, der Sicherheit, der regulatorischen Aufsicht und der Standardisierung gesehen.

Die weiteren Aussagen der Untersuchung:

  • 64% der Treasurer gaben die Notwendigkeit des Echtzeit-Tracking von Überweisungen an, während 42% Sofortzahlung (Instant Payments) nannten;
  • Übersicht über Kosten und Abzüge von Transaktionen (47%) sowie Verminderung und Optimierung der Abwicklung von Sonderfällen und Nachforschungen stehen ebenfalls weit oben auf der Liste;
  • bei der Auswahl des Bankpartners für Auslandsüberweisungen nannten 86% der Treasurer die Notwendigkeit effizienter Zahlungsprozesse und wirksame Unterstützung der Kunden. Weitere Kriterien umfassen kostengünstige Preisstrukturen und transparente Gebühren neben erweiterter globaler Reichweite;
  • Innovation im Zahlungsverkehr als Auswahlkriterium einer Bank wurde lediglich von 30% der befragten Treasurer genannt; ein Hinweis darauf, dass Innovation um ihrer selbst willen relative geringe Priorität hat im Vergleich mit Innovation, die wirksam zur Erfüllung fundamentaler Anliegen und Bedürfnisse eingesetzt wird.

„SWIFT steht fortlaufend im Dialog mit Firmenkunden, um ihre Prioritäten und Anforderungen zu erfassen. Der kürzlich eingeführte SWIFT GPI-Service berücksichtigt viele der von den Treasurern genannten Hauptpunkte, vor allem das Echtzeit-Tracking von Überweisungen. Dieses ist die ideale Grundlage, um internationale Überweisungen für Firmenkunden effizienter abzuwickeln. Wir arbeiten sehr eng mit Banken und Firmenkunden zusammen,  um SWIFT GPI vollständig in ihre Kernfunktionen einzubetten”, unterstrich Marc Delbaere, Head of Corporates and Supply Chain bei SWIFT.