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31.08.2017 von kr

Digitalisierung: Arbeitnehmer fühlen sich nicht vorbereitet

Eine Digitalisierungswelle rollt auf deutsche Unternehmen zu. Doch viele Beschäftigte fühlen sich von ihrem Arbeitgeber alleine gelassen – sie wünschen sich mehr Unterstützung von ihren Arbeitgebern.

Digitalisierung fordert Arbeitnehmer

Das ergab eine Google-Umfrage des EIM-Anbieters OpenText unter 300 Angestellten hierzulande zum Thema "digitale Transformation im Arbeitsumfeld". Nach der im Juli durchgeführten Befragung sind 45 Prozent der Meinung, dass Arbeitgeber ihre Ausbildungspflichten im Hinblick auf die Digitalisierung vernachlässigen.

 

Über die Hälfte aller befragten Männer sind der Meinung, dass Unternehmen mehr dafür tun sollten, um Angestellte auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Bei den weiblichen Befragten beläuft sich die Zahl auf 36 Prozent. Außerdem wünschen sich 40 Prozent aller Befragten, stärker in technologische Entscheidungen einbezogen zu werden, so sollten Neuerungen in digitalen Prozessen klar kommuniziert werden.

 

28 Prozent der Interviewten beklagen, dass Arbeitgeber von ihnen erwarten, neue Technologien ohne angemessene Einarbeitung zu nutzen. „Unternehmen sollten an diesem kritischen Punkt ansetzen und Maßnahmen treffen“, meint Roger Illing, Vice President Sales DACH bei OpenText.

 

Sorge um den eigenen Job

 

22 Prozent aller Befragten machen sich aufgrund der anhaltenden Diskussionen über die digitale Transformation Sorgen um ihren Job: Sie befürchten den steigenden Ansprüchen aufgrund technischer Neuerungen nicht gewachsen zu sein. Mit Blick auf die unterschiedlichen Altersgruppen wird klar, dass vor allem Millennials (hier 18 bis 34 Jahre) positiv in die Zukunft schauen. Die Sorge um einen Jobverlust ist in dieser Gruppe am geringsten. 61 Prozent der Millennials stehen der digitalen Transformation völlig unbekümmert gegenüber.

 

Lernen von Jüngeren und Älteren

 

Befürchtungen und Ängste rund um digitale Prozesse betreffen demnach eher ältere Generationen. Sie sind es auch, die sich verstärkt Weiterbildung und Hilfe im Zusammenhang mit der Digitalisierung wünschen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie möglichst zeitnah reagieren und in die Aus- und Weiterbildung digitaler Kompetenzen ihrer Arbeitnehmer investieren müssen, gerade bei der Generation 40 plus.

 

„Obwohl Digital Natives einen immer größeren Anteil der Mitarbeiter ausmachen und somit für Unternehmen relevanter werden, darf die Generation 40 plus nicht außer Acht gelassen werden," so Illing: Und weiter: „Unternehmen müssen auf Management-Ebene reagieren und zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer sowie passende Software-Lösungen bereitstellen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die ältere Generation ihre Branchenexpertise und das Knowhow an jüngere Arbeitskräfte weitergibt.“