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10.11.2017 von hs

Diebold Nixdorf: 200 Experten diskutierten Transformations-Strategien

„Transformation Strategies in Retailbanking – Bridging the Physical and Digital Worlds“ lautete der Titel von Diebold Nixdorfs International Management Seminar. Bei der 30. Auflage der Veranstaltung diskutierten jetzt 200 Führungskräfte und Entscheider aus der Bankenbranche aus über 35 Ländern wie Retailbanken in einer zunehmend digitalen Welt ihr Geschäft an den dynamischen Anforderungen der Konsumenten ausrichten.

Christian Weisser, als Senior Vice President EMEA bei Diebold Nixdorf, auch Gastgeber der Veranstaltung, gab mit den übergreifenden Themen Automatisierung, Digitalisierung, Individualisierung und „as a service“ den roten Faden für die Veranstaltung vor.

 

Spannende Einblicke in die Filialtransformation der niederländischen ING gab Philippine Risch, Director Branches, Agents & Cash. Die Frage, ob Bankfilialen im digitalen Zeitalter eine Zukunft haben, beantwortete sie mit einem deutlichen Bekenntnis zur Zweigstelle. Die Filiale sei eine wichtige Brücke zwischen der physischen und der digitalen Welt. Obwohl die Digitalisierung in den Niederlanden weit fortgeschritten ist, interagiert ING mit acht Millionen Kunden über sein physisches Netzwerk. Gerade der menschliche Kontakt sei wichtig um eine solide Kundenbeziehung herzustellen, so Risch. Ziel der Banken müsse es sein, ihre Kunden in den Filialen an neue digitale Technologien heranzuführen.

Um Kunden besonders intensiv an digitale Technologien heranzuführen, hat die ING eine „Experience Branch“ in Amstelveen eröffnet, die an eine Kombination von Café und Apple Store erinnert. Das Kundenerlebnis in dieser Filiale ist ein Blueprint dafür, wie Kundenservice der Zukunft aussehen sollte. Geplant ist, in den nächsten fünf Jahren die 45 größeren Filialen (Compact Branches) zu schließen, während die Zahl der 60 Standard-Filialen und 140 Beratungszentren in den kommenden fünf bis zehn Jahren reduziert werden. Im Gegenzug will die ING in den nächsten fünf Jahren weitere Experience-Filialen eröffnen.  

Auch Franz-Theo Brockhoff, CEO der Finanz Informatik, ging auf die sich wandelnde Rolle der Bankfiliale ein. Statt einer Zukunft ohne Filialen erwartet Brockhoff eher deren Erneuerung und Transformation. Der aktuelle Filialabbau in Deutschland wird sich laut seiner Einschätzung in den kommenden zwei bis drei Jahren stabilisieren. „Es wird keine Welt ohne Filialen geben“, so Brockhoff.

Bei der Bereitstellung digitaler Angebote für 21 Millionen Nutzer der Sparkassen-Websites sowie sechs Millionen Nutzer der Apps fokussiert sich die Finanz Informatik darauf, einheitliche Abläufe in allen Kanälen zu etablieren. In einem aktuellen Projekt bringt die FI die Bank zum Sprechen, indem sie den Sprachassistenten Alexa integriert. Sicherheits- und Verschlüsselungsthemen sind dabei Themen, denen ein besonderes Augenmerk gilt.