Geldinstitute

14.05.2019 von red

„Die Vertrauenswürdigkeit und universelle Akzeptanz von Bargeld wird bestehen bleiben“

Bargeld wird verschwinden? Nicht aus Sicht von Thomas Rausch, Vertriebsdirektor Deutschland bei Glory. In der Realität sei schließlich heute mehr Bargeld im Umlauf als je zuvor.

Thomas Rausch, Vertriebsdirektor Deutschland bei GLORY

Zu 1: Seit Jahren sprechen Kartenunternehmen von einem Kampf zwischen Karten und Bargeld, wenn es um die Vorherrschaft bei Transaktionen geht. Gerne wird behauptet, dass „Bargeld verschwinden werde“ und das Eintreten des bargeldlosen Zeitalters in unserer Hightech-Gesellschaft unvermeidbar sei. Doch die Realität sieht aus Sicht des Bargeldexperten GLORY anders aus. Im globalen Zahlungsverkehr ist heute mehr Bargeld im Umlauf als je zuvor. Der US-Dollar verzeichnet eine jährliche Wachstumsrate von 5 %, die Euro-Geldmenge hat sich seit seiner Einführung 2002 verdoppelt. Nach wie vor ist Bargeld bei Zahlungen mit persönlichem Kontakt das beliebteste Zahlungsmittel. 79 % aller Transaktionen am Point of Sale werden mit Bargeld ausgeführt, wie eine Studie der EZB beweist.* Doch auch ein relativ neuer Trend verändert die Zahlungsprozesse weltweit: eWallets – virtuelle Geldbörsen wie PayPal, mit denen Nutzer online bezahlen können.

Durch ein phänomenales Wachstum gegenüber Kartenzahlungen in den letzten Jahren haben eWallets das Potenzial das Kartenzahlungssystem radikal zu verändern bzw. abzuschaffen, da sie Finanzintermediäre wie Banken überflüssig machen könnten. Gleichzeitig wird Bargeld als greifbare, zuverlässige und analoge Ressource stets ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber digitalen Zahlungen haben. Als liebstes Zahlungsmittel der Kunden in der Eurozone wäre es nach der Maxime „Der Kunde ist König“ fatal, wenn Händler keine Barzahloption mehr anbieten würden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass außergewöhnliche Ladenkonzepte und individuelle Einkaufserlebnisse immer mehr auf dem Vormarsch sind. Aus diesem Grund sollten sich Händler nicht die Frage nach dem „Entweder-Oder“ stellen, sondern dazu übergehen, das Bargeldmanagement in ihrem Handelskreislauf für sich und ihre Kunden zu optimieren. Die Vertrauenswürdigkeit und universelle Akzeptanz von Bargeld wird bestehen bleiben und neben digitalen Innovationen gleichberechtigt koexistieren.


*Studie der EZB zur Bargeldnutzung in der Eurozone, 2017