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06.06.2019 von Sebastian Krahe, Executive Vice President Professional Services, Wirecard

Die Reisekarte mit Mehrwert-App

Der Wettbewerb um Reisende wird für Banken immer härter. Schließlich buhlen derzeit viele Anbieter mit geringen Wechselkurs- und Auslandsgebühren und innovativen Mobil-Lösungen um die Gunst von Kunden, die oft mit Fremdwährungen bezahlen. Die Kombination aus Multi-Währungs-Kreditkarten und einer Smartphone-App bietet Finanzinstituten die Möglichkeit, die Loyalität ihrer Kunden zurückzugewinnen und erweiterte Services anzubieten.

Die Kombination aus Multi-Währungs-Kreditkarten und einer Smartphone-App bietet Finanzinstituten die Möglichkeit, die Loyalität ihrer Kunden zurückzugewinnen und erweiterte Services anzubieten - Copyright: Wirecard AG

Immer mehr Reisende benötigen eine unkomplizierte Möglichkeit, in Fremdwährungen zu bezahlen. Laut dem UNWTO World Tourism Barometer 2019 wurden im vergangenen Jahr weltweit 1,4 Milliarden ankommende Touristen gezählt, rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in den kommenden Jahren wächst die Zahl der Reisenden vermutlich um vier bis acht Prozent.

 

Einen starken Anstieg verzeichnet auch das Segment der Geschäftsreisen. So gibt die Global Business Travel Association (GBTA) in ihrem aktuellsten Report aus dem Jahr 2017 Wachstumsraten von rund neun Prozent für Reisende aus China und sogar 12,7 Prozent bei Geschäftsreisen von Brasilianern an.

 

Damit gehört der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr zu den absoluten Megatrends im Payment-Sektor. Als eines der Hauptärgernisse nennen Bankkunden allerdings immer wieder die hohen Kosten bei Bezahl- und Transaktionsvorgängen in Fremdwährungen. Die Lösung dieses Problems ist eine moderne Multi-Währungskarte. Sie sieht aus wie eine normale Kreditkarte, funktioniert aber wie „digitales Geld“: Benutzer können damit im Ausland schnell und einfach bezahlen und Bargeld am Automaten abheben. Als Prepaid-Karte lässt sie sich mit mehreren Währungen aufladen. Sie arbeitet mit der für die Währung zugeordneten „Wallets“. Im Gegensatz zu klassischen Kreditkarten gibt es hier allerdings keine Transaktionsgebühr oder die für den Kunden teure Dynamic Currency Conversion (DCC). Multi-Währungskarten sind dabei sicherer als Bargeld, denn sie lassen sich bei Verlust oder Diebstahl unkompliziert deaktivieren.

 

Mehrwert durch Smartphone-Integration

Ihren größten Vorteil spielt diese Art von Karten jedoch dann aus, wenn sie vom Kunden als Gesamtlösung für das Smartphone genutzt werden kann. Ein Beispiel dafür ist die RHB-Travel-FX-Karte, die in Singapur von der RHB Bankengruppe und Wirecard ausgegeben wird. Die dazugehörige App gibt Kunden die volle Kontrolle über die Devisenkurse, etwa indem sie eine Benachrichtigung sendet, sobald der gewünschte Wechselkurs erreicht ist. Dadurch können sich Nutzer frühzeitig mit Fremdwährungen eindecken – was bei vielen Urlaubern die Vorfreude auf die Reise steigert. Die Benutzeroberfläche ist dabei einfach und sehr intuitiv gehalten. Mit wenigen Klicks lassen sich Währungen virtuell in Echtzeit wechseln. Möglich sind sogar Benachrichtigungen, falls ein besonders günstiger Wechselkurs verfügbar ist.

 

Für den Issuer bietet die neue Art der Kreditkarte große Vorteile auf gleich mehreren Gebieten. So suchen immer Reisende gezielt nach Anbietern von Kreditkarten, die mit ihren Gebühren für den Auslandsaufenthalt optimal geeignet sind. Bietet die Hausbank oder die Direktbank in diesem Bereich keine adäquate Lösung an, weichen sie auf einen Fremdanbieter aus. Banken sollten die Loyalität ihrer Kunden deshalb nicht leichtfertig verspielen und sich auch auf Reisen als verlässlicher Partner positionieren. Das gilt insbesondere angesichts des harten Wettbewerbs mit Anbietern, die mit neuen Smartphone-basierten Lösungen um die Gunst des Kunden kämpfen.

 

Ein weiterer Punkt sind zeit- und kostenaufwändige Auseinandersetzungen rund um vermeintlich zu hohe Gebührenabrechnungen. Sie schaden der Reputation und dem Verhältnis zum Kunden. Auch in dieser Hinsicht ist es besser, ihm eine moderne, transparente Lösung zu empfehlen, die unnötige Kosten erspart, eine hohe Akzeptanz genießt und viele zusätzliche Funktionen bietet.

 

Eine immer wichtigere Rolle spielt auch das Cross-Selling von anderen reisebezogenen Produkten und Dienstleistungen. Bestandskunden, die mit der Travel Card zufrieden sind, stellen eine hervorragende Zielgruppe für weitere Produkte und Lösungen dar – etwa einer Reise- und Gepäckversicherung sowie Auslandskrankenversicherung.

 

In eine ähnliche Richtung gehen die Vorteile rund um Loyalty-Programme und Couponing. Weil die Verbraucher davon häufig Gebrauch machen, nutzen mittlerweile viele Anbieter von Multi-Währungs-Kreditkarten diese bewährte Marketingstrategie mit großem Erfolg.

 

Trotz all ihrer Vorteile sind Travel Cards für Banken kein Subventionsgeschäft. Issuer verdienen mit jeder Transaktion einen kleinen Betrag. Die einzigen Kosten, die der Endkunde zu tragen hat, sind Aufladekosten oder eine jährliche Kartengebühr. Durch die Ersparnis bei Wechselkursen und Devisengebühren machen sich diese jedoch häufig schon bei kurzen Reisen bezahlt.

 

Den passenden Partner finden

Bei der Wahl eines passenden Technologiepartners für eine moderne, digitale Lösung sollten vor allem zwei Aspekte ausschlaggebend sein. Zum einen ist es wichtig, auf ein Unternehmen mit einem bewährten digitalen Multiwährungsprogramm in vielen verschiedenen Ländern zu setzen. Zum anderen empfiehlt es sich mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das einen schnellen Rollout ermöglicht. Das beinhaltet beispielsweise eine vorkonfigurierte Zahlungslösung, die mit Blick auf „Look and Feel“ und Corporate Identity unkompliziert und flexibel angepasst werden kann.

 

Reisende sind eine anspruchsvolle Zielgruppe, die die Loyalität zu ihrer Bank auch an transparenten und niedrigen Kosten für Fremdwährungs-Transaktionen festmachen. Umso wichtiger ist es, sie mit einer modernen, universell einsetzbaren Lösung an sich zu binden und zu begeistern.