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01.09.2017 von Andreas Riepen, Vice President DACH bei F5 Networks

Deutsche bereit für intelligente Finanz-Apps

Cognitive Finance auf dem Vormarsch. In Zukunft werden immer intelligentere Apps entwickelt – etwa zur Vorhersage der persönlichen Finanz-Situation. Vor allem junge Menschen in Deutschland sind bereit, sie zu nutzen.

Andreas Riepen, Vice President DACH bei F5 Networks

Insbesondere im Finanzumfeld müssen Datenschutz und Sicherheit von persönlichen Informationen gewährleistet sein. Nur dann sind die Menschen bereit, Angebote wie Online-Banking oder Mobile Banking zu nutzen. Aufgrund der umfassenden Vernetzung und Datenexplosion können Apps künftig auf immer mehr personenbezogene und allgemeine Daten zugreifen. Dies ermöglicht neuartige Angebote wie Cognitive Finance.

 

Darunter versteht man einen neuen, stark interdisziplinär geprägten Ansatz zur Beschreibung und Bearbeitung komplexer Prozesse in Wirtschaft und Kapitalmärkten. Er adressiert vor allem das Problem der begrenzten Erkenntnisfähigkeit von Menschen. So belegen verschiedene wissenschaftliche Studien, dass Menschen bei der Gewinnung und Verarbeitung von Informationen Fehler begehen. Zum Beispiel glaubt eine Privatperson, sich einen teuren Urlaub leisten zu können, weil sie künftige Schuldenzahlungen unterschätzt. Cognitive Finance soll dagegen zu einem kompletten Überblick über die aktuelle und künftige Finanzsituation verhelfen, um den Spielraum für Ausgaben realisitisch einzuschätzen.

 

Junge Menschen offener

 

Doch sind die Menschen auch bereit, entsprechende Apps für Cognitive Finance zu nutzen? Ja, vor allem junge Anwender der Generation Y (16- bis 34-Jährige). Gemäß der Studie „The Future of Apps“ von F5 Networks interessieren sich in dieser Altersgruppe weltweit 58 Prozent für Services, die auf Basis ihrer aktuellen Gewohnheiten die künftige persönliche Finanz-Situation voraussagen. Dabei sind die Deutschen am skeptischsten: Hier wollen nur 23 Prozent wissen, wie es um ihre finanzielle Zukunft steht. Aber auch hierzulande ist die Generation Y mit 44 Prozent am interessiertesten, bei den Über-65-Jährigen sind es nur 7 Prozent.

 

Diese Unterschiede liegen an mehreren Gründen. Der augenfälligste ist, dass junge Menschen naturgemäß weiter vorausplanen müssen als ältere Personen. Gleichzeitig sind sie mit den neuen Technologien aufgewachsen und haben dadurch weniger Hemmschwellen sowohl bei der Nutzung von Apps als auch bei der Eingabe persönlicher Daten. Ein weiterer Punkt ist, dass junge Menschen meist weniger gut finanziell abgesichert sind, da sie entweder noch gar nicht oder erst seit kurzer Zeit im Berufsleben stehen.. Zudem haben sie die größten Ausgaben im Leben wie Familiengründung oder Wohneigentum noch vor sich oder tätigen diese gerade. Damit beschäftigen sich vor allem die 25- bis 44-Jährigen: Zur Finanzierung würde mehr als jeder Dritte in dieser Altersgruppe Geld von Privatpersonen über einen Website-Service leihen oder hat dies bereits getan. Bei den Über-65-Jährigen ist es dagegen nur jeder Zehnte und bei den Unter-25-Jährigen jeder Fünfte.

 

Sicherheit ist entscheidend

 

Um diese Ausgaben im Griff zu behalten und keinen Fehleinschätzungen zu unterliegen, können Apps für Cognitive Finance eine wesentliche Unterstützung bieten. Doch dazu ist die Eingabe und Verarbeitung sensibler, persönlicher Daten notwendig. Nur wenn diese lokal auf dem Gerät oder in einem zuverlässig abgesicherten Cloud-Service gespeichert und analysiert werden, bleiben sie vor Cyberkriminellen geschützt. So wird der Bedarf für größere Sicherheit und Transparenz in Kombination mit Technologien wie Künstliche Intelligenz die Anforderungen an Finanz-Apps noch weiter steigern. Dabei können bewährte Security-Lösungen den Anbietern helfen, weiterhin das Vertrauen der Kunden zu behalten.