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06.12.2017 von hs

Deutsch-Italienisches Forum für Innovation und Investitionen

Wie können digitale Transformationsprozesse zur Stärkung der Technologiepartnerschaften und Investitionen zwischen Italien und Deutschland beitragen? 

©Paolo Guizzardi

Das erste Deutsch-Italienische Forum für Innovation und Investitionen „Investing in Italian Innovation. Digital Solutions and the challenge of Industry 4.0 war eine gemeinsame Initiative der Italienischen Botschaft in Berlin, die die Veranstaltung ausrichtet, der Italienischen Agentur für Außenhandel (ICE) und der Italienischen Handelskammer für Deutschland e.V. (ITKAM). Mehr als 300 Teilnehmer, darunter Institutionen, Forschungsinstitute, Unternehmen und Investoren aus beiden Ländern, trafen aufeinander.   

Im Rahmen der Konferenz wurde unter anderem der Bereich Financial Innovation vertieft, mit besonderem Fokus auf Fintechs. Romano Stasi, Generalsekretär von ABI LAB, dem Forschungs- und Innovationsforum des italienischen Bankenverbands, betont die Wichtigkeit eines europäischen Gedankens beim Thema Digitalisierung von Banken: „Die Evolution des normativen Kontextes [der Digitalisierung] in Europa ist dabei, einen einzigartigen Markt aufzubauen [...], der zur Eliminierung der Barrieren zwischen verschiedenen Ländern der EU beiträgt und einen Anstieg des Angebots und der Nutzung digitaler Finanzdienstleistungen zur Folge hat. Mehr als an ein Ökosystem Italien/Deutschland, müssen wir an ein europäisches Ökosystem denken, in dem die internationalen Banken eine wichtige Rolle beim Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Ländern spielen.“

 

Auf politischer Ebene braucht es außerdem noch Fine-Tuning und Updating im Bereich der Fintechs. Deshalb hat das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium auch eine Task-Force ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Regulatoren, Finanzmarktteilnehmern und Start-ups an diesbezüglichen Maßnahmen arbeitet. Erste Maßnahmen wurden bereits nach dem Start-up-Act eingeführt: mit der neuen kostenlosen Online-Anmeldung von Neugründungen, mit dem „Italia Startup Visa“ für nicht-italienische Unternehmer, mit den steuerlichen Anreizen für Kapitalbeteiligungen, mit den steuerlichen Vorteilen für Patentanmeldungen (Patent Box).

 

Ein weiteres Beispiel für Italiens Engagement beim Thema Digitalisierung ist der Mailänder „Fintech District“, der bereits über 30 Unternehmen beherbergt. Pietro Sella, CEO von Gruppo Banca Sella SpA, die den Mailänder Hub ins Leben gerufen hat, erklärt, wieso Mailand der geeignete Standort für das Projekt ist: „Als Italiens Finanzplatz arbeitet Mailand daran, neue Unternehmen, Start-ups und Firmensitze internationaler Unternehmen anzulocken. Dank privater Investitionen und der Unterstützung der Institutionen bietet die Stadt ein günstiges Umfeld für die Entwicklung von Fintechs. Die Entstehung eines Hubs wie dem Fintech District unterstützt ferner das Potenzial der Stadt und des Landes und zieht Kapital, Arbeitskräfte, Best Practice und unternehmerische Initiativen an, um sie miteinander zu vernetzen.“

 

Während der Berliner Innovationskonferenz sprachen zu diesem Thema viele weitere Vertreter großer und kleiner Unternehmen, Start-ups und Institutionen aus dem Finanzsektor: Valeria Cipollone (Italienisches Finanzministerium), Romano Stasi (ABI LAB, Italienischer Bankenverband), Matteo Concas (N26 GmbH), Flavio De Laurentis (Barzahlen GmbH), Paolo Galvani (MoneyFarm), Giuseppe Littera (Sardex SpA), Savino Damico (Intesa Sanpaolo SpA), Davis Stachon (Generali Deutschland AG), Simone Viganò (Raisin GmbH) und Vincenzo Fiore (Auriga SpA).