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05.12.2017 von bf

48. Bankenfachtagung Rottach-Egern – Diebold Nixdorf macht mobil

Die Neuauflage von Diebold Nixdorfs Bankenfachtagung in Rottach Egern gab einmal mehr Antworten auf die Frage wie die Zukunft der Banken im Zeitalter von Mobile Banking und Co. aussieht.

In den Rottacher Gesprächen diskutierten Experten aus Banken und Handelsunternehmen wie Innovationen Mehrwert und Kundenbindung schaffen

So berichtete Diebold Nixdorf CEO Andy Mattes, dass Finanzinstitute in den USA in die Mittelpunkte des Handelsgeschäftes einer Stadt streben und ihre Angebote mit denender Händler vernetzen. Wenn ein Kunde am Geldautomaten Bargeld abhebe, dann könne ihm die Bank zehn Minuten später einen Essensgutschein für ein Restaurant in der Nähe auf sein Handy schicken, erklärte Mattes. Das sei nur ein Beispiel dafür, wie sich die Bank im Alltag ihrer Kunden mit einem Mehrwert positionieren könne. Insgesamt machten Banken zu wenig aus ihren Kundendaten.

 

Einer der Top-Trends ist für Mattes die „Bank for One“ – die Bank, die sich für jeden Kunden anders anfühlt und ihnen individualisierte Angebote basierend auf seinen Nutzergewohnheiten macht. Die Technologie dafür ist vorhanden: Diebold Nixdorf hatte unlängst seine neue Software für das Omnichannel-Banking mit Komponenten für das Mobile Banking und die Datenanalyse vorgestellt.

 

Dass die Welt nicht mehr so planbar sei wie noch vor einem Jahrzehnt, schilderte Dr. Markus Keck, Leiter Selbstbedienung und Kasse bei der Commerzbank. Folglich müssten Prozesse kontinuierlich auf den Prüfstand. Die Bank probiert deshalb neue Angebote aus und testet sie intensiv. Ein überraschendes Ergebnis: Kunden mögen es, in einer Filiale Nummern wie beim Amt zu ziehen. In einem weiteren Projekt hat die Bank Transaktionsterminals pilotiert und für gut befunden, deren Angebot und Bedienung weitgehend dem Internet- und Mobile-Banking der Commerzbank gleicht. Mit den Terminals will die Bank ihren Kunden eine Brücke in die digitale Welt bauen und sie an digitale Angebote heranführen.

 

Durchschnittlich ist jeder Bankkunde etwa 300 Euro wert“, berichtete Thomas Liebke, Business Consultant bei Diebold Nixdorf. Hochgerechnet besitzen die Daten aller 30 Millionen Sparkassenkunden demnach einen Wert von neun Milliarden Euro. Der Datenwert der 20 Millionen Kunden der Genossenschaftsbanken beläuft sich auf rund sechs Milliarden Euro. Liebkes Fazit: „Datenanalysen sind nur dann sinnvoll, wenn am Ende eine Eurozahl herauskommt.“ Deshalb hebt zum Beispiel die Münchner Bank seit zwei Jahren mithilfe von Diebold Nixdorf ihren Datenschatz. Eine ausführliche Vertriebseffizienzanalyse, basierend auf dem kompletten Datensatz aller Kunden, förderte überraschende Erkenntnisse und Optimierungspotenzial zutage. Heute sprechen die Berater gezielter Kunden mit Potenzial an. Die Ertragslage der Bank hat sich seither deutlich verbessert und die Zufriedenheit ihrer Mitglieder ist um 20 Prozent gestiegen.