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31.10.2017 von Ralf Hönicke, Geschäftsführer Diebold Nixdorf Banking Consulting

Open Banking braucht eine starke Plattform

PSD2 fordert die Banken heraus. Die EU-Zahlungsdienstleistungsrichtlinie PSD2 hat den Grundstein gelegt für einen pan-europäischen Markt. Ihre technischen Regelungen stellen herkömmliche Geschäftsmodelle von Banken infrage – und schaffen gleichzeitig Chancen für Neues. Wer diese nutzen möchte, muss seine Plattform öffnen und skalierbar aufstellen.

Autor: Ralf Hönicke, Geschäftsführer Diebold Nixdorf Banking Consulting

Seit Februar stehen die technischen Anforderungen an die europäische Zahlungsdienstleistungsrichtlinie PSD2 fest. Nun  sind die Banken am Zug das Thema umzusetzen. Denn je länger sie auf ihrem Status-Quo beharren, umso schwieriger wird es für sie, ihre Marktposition im Zahlungsverkehr zu behaupten. Die ist in Gefahr, weil nach Umsetzung der PSD2 Drittanbieter Zahlungen im Kundenauftrag ohne Zwischenschaltung einer Bank auslösen können. Das Onlinebanking wird als zentraler Kontaktpunkt zu den Verbrauchern teilweise obsolet, die Banken könnten folglich den Zugang zum Kunden verlieren. Es gilt, vorher aktiv zu werden.

Viele traditionelle Finanzinstitute planen derzeit, nur die Mindestanforderungen der PSD2 zu erfüllen. Nur sehr wenige Banken denken darüber nach, in den Wettbewerb des Open Banking einzutreten, um mit Innovationen und starkem Kundenfokus neue Mehrwert-Dienste in Bezahlvorgängen zu schaffen.

Doch die Handlungsfelder für diejenigen Banken, die diese Herausforderung annehmen, sind vielschichtig. Schließlich müssen sie nicht nur die strategische Ausrichtung ihres Zahlungsverkehrs als Dienstleistung oder Wachstumsfeld neu definieren. Sie müssen künftig die Kundendaten analysieren und auswerten, gleichzeitig aber die Auflagen für den Datenschutz berücksichtigen. 

Bei alledem ist es erforderlich, trotz Öffnung der Schnittstellen (APIs) für Dritte die Sicherheit ständig zu erhöhen. Gerade die Sicherheitsanforderungen ähneln der Quadratur des Kreises, denn kaum können die kontoführenden Systeme der Finanzinstitute geöffnet werden, wenn doch gerade deren Abschottung von Dritten Teil der Sicherheitsarchitektur ist.

Höchstmaß an Sicherheit

Die Wichtigkeit der Datensicherheit ist immens, sie sollte alleroberste Priorität haben. Denn es geht hier nicht nur um das eventuelle Abhandenkommen von Geldern, viel schwerwiegender wäre es, sollten Hacker an biometrische Daten kommen. Denn seinen Fingerabdruck kann der Kunde im Falle einer Kompromittierung nicht wie ein Passwort ändern.

Dieses Höchstmaß an Sicherheit ist mit einer gleichzeitig standardisierten und dabei äußerst flexiblen Infrastruktur zu erreichen, die neue Fähigkeiten besitzt. Sie muss Datenportabilität gewährleisten, denn Kunden wollen auf sicherem Wege ihre Transaktionshistorie mit Dritten teilen. Über sie müssen Zahlungen auszulösen sein, denn künftig können Kunden Zahlungen über externe Dienstleister direkt von ihren Konten an einen Empfänger auslösen. Zudem sind die passenden Daten zu liefern, die beispielsweise die Bereitstellung von standardisierten Produktreferenzdaten und Kundenzufriedenheitswerten zur Vereinfachung der Produktsuche und -empfehlungen ermöglichen. Denn diese bilden die Basis künftigen Geschäfts. Und nicht zuletzt muss diese neue Plattform hoch skalierbar sein.

Kooperationen mit FinTechs bringen zwar neue Mehrwert-Services, liefern aber keine finale Antwort auf die Frage der Banken nach einer Make-or-Buy-Strategie für künftige Zahlungsverkehrssysteme. Die technische Umsetzung ­erfordert kein Flickwerk neuer Technologien, sondern eine bewährte Plattform mit einer hohen Integrationsfähigkeit, Stabilität, Sicherheit und zugleich großer Flexibilität für die Anpassung an zukünftige Geschäftsmodelle.

Cloud-fähige Architektur

Diebold Nixdorf bietet eine Transaktionsplattform mit den erforderlichen Eigenschaften. Sie basiert auf einer  hoch ­performanten, sicheren und vielseitig bewährten Middleware und einer verteilten, bei Bedarf auch cloud-fähigen Architektur. Als erfahrener Partner unterstützt das Unternehmen Banken und Sparkassen bei der Umsetzung neuer regulatorischer ­Anforderungen ebenso wie bei der Implementierung neuer Geschäftsmodelle. n