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07.03.2019 von hs

SWIFT startet DLT-Pilotprojekt für die Stimmabgabe von Aktionären

SWIFT startet ein Pilotprojekt, das einen Machbarkeitsnachweis (Proof of Concept) für die Erleichterung der elektronischen Stimmrechtsabgabe von Aktionären (e-Voting) auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) erbringen soll. 

SWIFT wird den PoC im asiatisch-pazifischen Raum gemeinsam mit SLIB, einem führenden Softwareanbieter für Wertpapierdienstleistungen, und der Börse Singapur (Singapore Exchange, SGX) sowie der Deutschen Bank, DBS, HSBC und der Standard Chartered Bank durchführen.  

Im PoC soll untersucht werden, ob DLT dazu beitragen kann, die derzeit ineffiziente Durchführungspraxis von Hauptversammlungen und die damit verbundenen, oft zeitaufwendigen und ressourcenintensiven Abstimmungsprozesse zu vereinfachen. Insbesondere die Stimmrechtsvertretung (Proxy Voting) führt oft zu vermeidbarer Komplexität und Fehlern, die durch mehr Transparenz und Automatisierung beseitigt werden könnten.
 

SWIFT führt die Machbarkeitsstudie in seinem DLT-Versuchsumfeld gemeinsam mit der Deutschen Bank, HSBC und Standard Chartered Bank als Teilnehmern sowie mit DBS und SGX in Doppelfunktion als Teilnehmer und Emittenten durch. Die Projektpartner nutzen das SWIFT-Netzwerk und ihre bereits bestehende SWIFT-Infrastruktur mit Schnittstellen für den Zugang zur neuen DLT-basierten Lösung, um ihre Anwendbarkeit zu testen und zu validieren.
 

Der Machbarkeitsnachweis, der in der ersten Jahreshälfte 2019 durchgeführt wird, zielt darauf ab,

  • in Zusammenarbeit mit Emittenten und einer Wertpapiersammelstelle (Central Securities Depositary – CSD) den Einsatz einer Lösung für die elektronische Stimmabgabe zu testen, bei der die relevanten Informationen auf einer zugelassenen privaten Blockchain gespeichert und verwaltet werden,
  • die technische Realisierbarkeit hybrider Lösungen, die die Nachrichtenübermittlung und DLT auf Grundlage des ISO 20022-Standards kombinieren, zu demonstrieren und dadurch die Interoperabilität zu fördern sowie eine Marktfragmentierung zu vermeiden,
  • die Leistungsstärke von SWIFT zu erproben, Drittanbieteranwendungen in seinem Versuchsumfeld zu hosten und seine bestehenden Sicherheits- und Schnittstellen-Technologien dabei einzusetzen,
  • die Vorteile des ISO 20022-Standards bei der Standardisierung von Anwendungs-programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces – APIs) deutlich zu machen, welche die Inhalte von DLT-Datenknoten für Parteien mit direktem Zugriff auf die Datenbank (ledger) freigeben.

Lisa O'Connor, Managing Director, Securities, Treasury & Standards, Asia Pacific bei SWIFT, erklärte: „Die Wahrnehmung von Aktionärsrechten wird heutzutage oft durch intransparente, komplexe und ineffiziente papierbasierte Prozesse eingeschränkt. Die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie bietet eine Chance, diese Prozesse zu verbessern. Gleichzeitig eröffnet sich für SWIFT die Möglichkeit, die Flexibilität bei der Einführung dieser neuen Technologie zu steigern, indem sie in bestehende SWIFT-Lösungen auf Grundlage des ISO 20022-Standards integriert wird. Dadurch wird das hohe Maß an Sicherheit und Widerstandsfähigkeit erreicht, das unsere Branche benötigt.“
 

Jeslyn Tan, Global Head of Product Management, Securities Services bei der Deutschen Bank, kommentierte: „Wir sind überzeugt, dass DLT-basierte Lösungen ein großes Potenzial für die Wertpapierdienstleistungsbranche bieten, und wir sind stolz darauf, mit SWIFT, SLIB, SGX und wichtigen Marktteilnehmern bei dem ersten Projekt dieser Art in Singapur zusammenzuarbeiten. Der Austausch von Best Practices und die enge Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern werden es uns ermöglichen, ein effizienteres Ökosystem zu schaffen, von dem die Bankkunden profitieren werden.“