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04.06.2019 von Steffen Bolenius und Maximilian Barg, beide msg

Agilität findet Einzug in Banken

Immer mehr Banken wollen die Chancen der Digitalen Transformation wahrnehmen. Laut einer Studie des Beratungshauses PPI AG setzen 70 Prozent der Banken und Versicherungen ihre IT-Entwicklungsprojekte agil um. Branchenübergreifend ist der ­Anteil der IT-Abteilungen, die von klassischen Methoden auf agil umstellen, noch größer.

Doch was bedeutet der Einsatz agiler ­Methoden für Fachabteilungen fernab des reinen IT-Geschäfts? Eine Analyse von msg arbeitet heraus, warum individuelle Anpassungen nötig sind.

Die Mehrheit der deutschen Banken hat erkannt, dass sie flexibler und anpassungs­fähiger werden müssen. Durch agile Frameworks wie Scrum, DevOps oder Kanban sowie neue Technologien und Führungsrollen wollen sie die benötigte Veränderung herbeiführen. Am wichtigsten ist ihnen jedoch, dass sie mit agilen Methoden Projekte anders steuern können, sich flexibler aufstellen und dadurch eine höhere Team-Dynamik und -Entwicklung erzielen. Denn nicht nur IT-Abteilungen, sondern auch Fachbereiche sind vom digitalen Wandel betroffen. Sowohl Kunden als auch Unternehmen verlangen eine angepasste Form des Projektmanagements und damit einhergehend vor allem mehr Effizienz. Doch der Umstieg auf Agile ist für die meisten Banken häufig nicht so einfach wie anfangs gedacht. Der Einsatz agiler Methoden stellt sie z. B. in fachlich orientierten Projekten vor bisher ungelöste Herausforderungen. Der Grund dafür ist simpel: Die bekannten agilen Methoden orientieren sich stark am Softwareentwicklungsprozess, für den sie ursprünglich schließlich auch konzipiert wurden, und weniger an fachlichen Anforderungen. Eine Universalanleitung für die Einführung und den Einsatz von Agile gibt es demnach nicht. Jedes Unternehmen ist so individuell wie seine Mit­arbeiter und bringt eigene gewachsene Strukturen mit. Grundsätzlich fehlen Erfahrungswerte aus den unterschiedlichen Branchen und vor allem neue theoretische Grundlagen aus der Wissenschaft zum Einsatz agiler Methoden jenseits der Softwareentwicklung, die künftig Orientierung geben könnten.

Verändertes Mindset und Kollaboration für mehr Agile

Aber nicht nur im Projektgeschäft müssen Veränderungen her. Allgemein ist es notwendig, dass sich das Mindset aller Beteiligten im Unternehmen verändert. Neben der Mitarbeiterführung, dem Leadership sowie der Innovationsfähigkeit sollten gerade auch die Struktur und Kultur von Banken angepasst werden. Kooperation zwischen Fachabteilungen muss zur Selbstverständlichkeit werden, damit wichtige Themen gemeinsam erörtert und schlussendlich realistische Planungen für ein Projekt aufgestellt werden können. Zudem müssen Führungskräfte ihr Führungsverständnis überprüfen und agile Kompetenzen vermitteln können. Den Mitarbeitern sollte Veränderungsbereitschaft vorgelebt werden, sodass sie auch das Bestreben haben, anpassungsfähig zu agieren und ihr Wissen auszubauen. Daraus resultierend wird sich auch die Innovationsfähigkeit im Unternehmen erhöhen, Arbeitsplätze und Strukturen werden sich verändern und unternehmensübergreifend wird sich durch das veränderte Mindset auch die gelebte Kultur anpassen. All diese Einflüsse muss ein Unternehmen managen, wenn es auf agile Methoden setzt.

Lücke in der Forschung erfolgreich überwinden

Mit individuellen Maßnahmen und Tools begleitet msg Unternehmen bei der Initiierung und Umsetzung agiler Methoden. Da die Lücke zwischen Forschung und Praxis mittlerweile groß ist, können sich Unternehmen nicht mehr auf die theoretischen Grundlagen eines softwarebasierten Ansatzes stützen. Ein sehr häufig genanntes Stichwort im Zusammenhang mit Agile heißt Kollaboration. Ohne die erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb von Teams und Organisationen wird der Wandel nicht funktionieren. Umso wichtiger ist es daher, dass Unternehmen auf die Expertise und den Austausch von praxiserfahrenen Partnern setzen, um agile Methoden ganzheitlich in den Fachabteilungen erfolgreich einzuführen.