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18.12.2018 von Josef Dantscher, Innovationsmanager der Fiducia & GAD IT AG

3D-Druck eröffnet Banken neue Geschäftsfelder

Mit der additiven Fertigung steht Unternehmen heute eine Technologie zur Verfügung, die das Potenzial hat, die klassischen Produktionswege zu revolutionieren und die Industrie grundlegend zu verändern. Zudem eröffnet der 3D-Druck bedeutende Chancen auf ­Entwicklung und Wachstum. Denn damit lässt sich im Prinzip jede beliebige Form auf ­effiziente Weise herstellen. So entstehen beispielsweise mithilfe von 3D-Druck in ­kürzester Zeit etwa die Grundmauern eines kompletten Hauses.

Wo Unternehmen früher komplexe Fertigungsformen zeit- und ressourcenaufwendig erstellen mussten, können sie nun via 3D-Druck schnell, unkompliziert und hochindividualisiert auch kleine Mengen anfertigen (Bildquelle: Markus Nass)

Firmen müssen hierzu das Design und die Wertschöpfungskette von Grund auf neu denken. Ohne Beratung und Finanzierung gestaltet sich der Markteinstieg für Unternehmen allerdings komplex. Eine Nische, die Banken besetzen können – indem sie sich als strategische Partner positionieren. Die Fiducia & GAD IT AG, IT-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe, hat diese Situation erkannt und sich zum Ziel gesetzt, ihre Kunden bei diesem Zukunftstrend zu unterstützen: Deshalb hat die Fiducia & GAD eine „Additive Fertigung“- Community ins Leben gerufen. Die Teilnehmer sollten Konzepte für eine Bank entwerfen, die ihre Firmenkunden in diese Zukunft begleitet.

3D-Druck als Wachstumsmotor


Wo Unternehmen früher komplexe Fertigungsformen zeit- und ressourcenaufwendig erstellen mussten, um individuelle Produkte herzustellen, können sie nun via 3D-Druck schnell, unkompliziert und hochindividualisiert auch kleine Mengen anfertigen. Zudem entstehen neue Geschäftsmodelle. So kombiniert beispielsweise Adidas den 3D-Druck für schnellere Produktzyklen mit anderen Produktionsverfahren. Der Sportartikelhersteller will somit die Entwicklung und Herstellung von den branchenüblichen 12 bis 18 Monaten auf anfangs wenige Wochen und später sogar Stunden reduzieren. Aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen entstehen Vorteile: Da sie vor Ort produzieren können, sparen sie Zeit und Geld, etwa für Logistikaufwände. Damit treibt der 3D-Druck auch die Regionalisierung voran. Faktoren wie Trumps Politik der Schutzzölle befördern diese Entwicklung. Auch die Marktforschung bescheinigt der additiven Fertigung eine exzellente Zukunft: Laut Statista soll der weltweite Umsatz der 3D-Druckindustrie bis 2020 bei rund 22 Milliarden US-Dollar liegen. Dieses Potenzial sollte genutzt werden. Additive Fertigung kann als Megatrend bezeichnet werden – ein Megatrend, der seine Kraft bisher nicht voll entfalten kann. Denn noch fehlt vielen Unternehmen nicht nur das Kapital, sondern auch das Wissen rund um die neue Technologie.