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15.05.2015 von Detlev Klage, General­bevollmächtigter der Finanz Informatik

Storage-Virtualisierung für sensible Finanzdaten

Bessere Auslastung mit Thin-Provisioning.  Mit virtualisierten Strukturen im Storage Area Network (SAN) ist es der Finanz Informatik (FI) gelungen, in komplexen IT-Landschaften die Auslastung der Speichersysteme langfristig zu optimieren, die Performance zu verbessern und die Kosten zu senken.

Autor: Detlev Klage, Leiter des Geschäftsbereichs Client/Server und General­bevollmächtigter der Finanz Informatik

Die mehr als 200.000 bankspezifischen Mitarbeiter der rund 420 Sparkassen in Deutschland nutzen Software-Funktionalitäten, Server-Kapazitäten, Work­loads und Rechenleistung flexibel und bedarfsgerecht. Dabei bezahlen die ­In­stitute nur das, was sie an Software-as-a-Service- und Infrastructure-as-a-Service-Dienstleistungen tatsächlich abrufen. Als Grundlage dient eine geschlossene Rechenzentrums- und Netzwerkinfrastruktur, mit der die ­Finanz Informatik als IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet.



In den Rechenzentren der FI wachsen die Datenbestände jährlich zwischen zehn und 30 Prozent. Dabei nehmen sowohl die strukturierten Inhalte in Datenbanken, als auch unstrukturierte Daten wie Excel-Tabellen oder Videoaufzeichnungen zu. Gleich­zeitig werden diese Daten heute kaum mehr gelöscht, so dass die Suche in steigenden Datenmengen deutlich mehr ­I/O-Kapazitäten erfordert. Um die Funktionsfähigkeit der IT auch künftig zu erhalten, hat der IT-Dienstleister die SAN-basierten­ Speicher-Komponenten virtualisiert.


Bei der Umsetzung einer Lösung für das SAN-basierte ­Datenvolumen von rund 4,5 PetaByte (4.500 TeraByte) standen die Aspekte Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Neben einer nachhaltigen Optimierung der Speicherauslastung zielten die Verantwortlichen auch darauf ab, die Performance zu verbessern und die ­Speicherkosten zu senken.



In einem ersten Schritt wurden die einzelnen physikalischen Speicher-Systeme zunächst in Speicherpools und anschließend in einer Virtualisierungsebene zu logischen Einheiten zusammengeführt. Im Anschluss an diese grundlegende Initialisierung wird der Speicher nur noch in dieser Virtualisierungsebene gemanagt. Dank einer einheitlichen Schnittstelle sank der Aufwand für die Entwicklung und Pflege der Rechnerplattformen und verringerte die Kompatibilitätsmatrix zur Server-Hardware deutlich. Bereits mit dieser einfachen Virtualisierung erreichte der IT-Dienstleister einen verbesserten Auslastungsgrad.



Als zweite Maßnahme nutzt die FI „Thin Provisioning“. Mit diesem On-Demand-Verfahren für die Kapazitätszuweisung sind eine verbesserte Speicherauslastung sowie ein einfaches Kapazitätsmanagement möglich. Die Maßnahmen erlauben eine Erweiterung der Kapazität und einen Austausch der Hardware ohne Unterbrechung.



Management-Tools reduzieren

 


Aufgrund des Architektur-Konzeptes ist es dem IT-Dienstleister in der konkreten Realisierung gelungen, die Server von der Speichersystem-Hardware zu entkoppeln. Auf diese Weise reduzierte die FI auch die Abhängigkeit von den Systemen einzelner Hersteller. Als zentrales Bindeglied ist die Virtualisierungs-Lösung für das Management zwischen ­Windows- und Unix-Servern und den Speichermedien verschiedener Hersteller verantwortlich. Mit diesem Schritt ­minimierten die Projektverantwortlichen gleichzeitig die Management-Tools auf das Notwendigste. Dabei verfolgt die FI einen möglichst weitreichenden Multivendor-Ansatz für Hardware, was allerdings einen moderat höheren Aufwand für den Betrieb und die Pflege der Systeme mit sich bringt. Mittels herstellerunabhängiger FI-interner Standards für die eingesetzte Hardware wird die gewünschte Flexibilität ­sichergestellt. Mit der Virtualisierungs-Lösung ist nicht nur der Aufwand bei der Plattformerstellung für Server gesunken, sondern auch das Life-Cycle-Management vereinfacht worden. Die FI hat mit der Lösung rund 2.000 Server der Plattformen Windows, Linux, AIX und Solaris an 21 produktive Client/Server-Speichernetzwerke angebunden.