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09.09.2016 von hs

Cross-Border-Country-Manuals und MiFID2-Regeln automatisiert einsetzen

Für viele Banken stellt sich die Frage, wie sie es schaffen, neue Cross-Border- und MiFID2-Anforderungen bis 2017 zu integrieren. Zur Verbesserung von Anlegerschutz und Markttransparenz müssen Finanzintermediäre das Angebot von Finanzprodukten so gestalten, dass sie den Regeln zu Product Placement, PRIIPs und MiFID2 entsprechen.

Zum Management von Cross-Border-Risiken beziehen sich Banken häufig auf Country-Manuals. Die BRP mit ihrem Headquarter in Genf und Büros in Zürich, London, Luxemburg und Singapur unterstützt Institute mit rund 120 Country-Manuals. Jetzt haben BRP und das Beratungshaus Orbium die indigita gegründet, um alle Informationen, die Banken und unabhängige Finanzberater zur Cross-Border-Suitability benötigen, in einem strukturierten Datenformat zu liefern. Gemeinsam mit ACTICO ist eine voll-integrierte Softwarelösung entstanden, die es Banken ermöglicht, ihre Cross-Border-Compliance sicherzustellen. Die Cross Border Suitability Solution verarbeitet alle 120 BRP-Country-Manuals und ist auch in der Lage, Daten anderer externer Datenprovider oder Inhouse-Daten der Bank einzubinden. 

 

Cross-Border-Suitability-Beratung jetzt als Softwarelösung

 

Die gemeinsam entwickelte Cross-Border Suitability Solution ermöglicht die automatisierte Verarbeitung der Country-Manual-Inhalte in einer Beratungssituation. Die Software enthält digitalisierte Daten aus den Country-Manuals und strukturierte Entscheidungswege. Damit ermöglicht sie die Entscheidung, welche Dienstleistungen oder Finanzprodukte bei der Beratung internationaler Kunden angeboten werden dürfen. Die Software basiert auf dem ACTICO Business Rules Management  und beinhaltet Regeln, die entscheiden, welches Country-Manual in welchem Kontext herangezogen werden muß, um die Cross-Border und MiFID2-Konformität sicherzustellen. Zu den Parametern zählen: Beratungssituation, Wohnsitz des Kunden, Sitz der Bank, involviertes Land für das jeweilige Finanzgeschäft und Risikoprofil des Kunden. 

 

 

Welche Vorteile bietet der automatisierte Country-Manual-Check?

 

Wenn Banken PDF-Dateien und/oder Onlineberatung einsetzen, entsteht ein zeitintensiver manueller Aufwand, der nicht revisionssicher ist. Mit der Integration von Country-Manuals in eine Software verfolgen Banken das Ziel, Entscheidungen zu automatisieren und revisionssichere Ergebnisse zu erhalten. Statt im PDF nachzuschlagen, erfolgt die Anfrage über eine grafische Weboberfläche. Das Ergebnis auf Basis der hinterlegten Cross-Border-Regeln liegt innerhalb einer Sekunde vor. In der Kundenberatung verkürzt sich also die Antwortzeit entscheidend – ein Plus für die Servicequalität am Endkunden. Die Cross-Border Suitability Solution dokumentiert alle getroffenen Entscheidungen automatisch. Auch der Umgang mit Angaben, die als „Grey Zone“ gelten, ist elektronisch abgebildet. Der Weg der Entscheidungen ist jederzeit für die Revision nachzuvollziehen. Änderungen in Country- Manuals lassen sich als zusätzliche oder geänderte Regeln sofort anpassen und im Operativbetrieb einsetzen.

 

Zwei weitere Aspekte unterstreichen die Vorteile einer automatisierten Cross-Border-Compliance:  Die Vermeidung von Schadenersatzforderungen und Reputationsrisiken. Sobald ein Kunde eine Falschberatung nachweisen kann, läuft das Finanzinstitut Gefahr, Schadenersatz für Verluste leisten zu müssen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Finanzsituation, sondern beeinträchtigt auch die Reputation.