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16.01.2018

Effektiver Schutz für Geldautomaten

Die Hilfsmittel sind vergleichsweise gering, doch die ­Wirkung ist bemerkenswert. In immer mehr Fällen kommt es in Deutschland zu ­Sprengversuchen von Geldautomaten – allein im Jahr 2016 waren es 318 solcher Angriffe. Das Handlungsschema gleicht sich: Die Täter ­dichten die Geldautomaten ab, leiten explosives Gas ein, bringen sich in Sicherheit und ­zünden anschließend das Gemisch per Fernvorrichtung.

Gefährlich rabiates Vorgehen von Kriminellen – doch es gibt Abwehrstrategien

Gegenüber dem Vorjahr haben sowohl die vollendeten Taten ­(plus 80 Prozent) als auch die Versuche (plus 121 Prozent) deutlich zugenommen. Im Westen schlugen Täter häufig in kleineren Städten wie Lippetal, Übach-Palenberg oder Herzogenrath zu – laut dem Bundeskriminalamt eine durchaus übliche Vorgehensweise. Die Orte solcher Taten lägen überwiegend auf dem Land, oft hätten sie weniger als 1.000 Einwohner. Bevorzugt werde eine gute Verkehrsan­bindung für eine einfache Flucht – etwa nahe Autobahnen oder Bundesstraßen. Doch auch in größeren Städten sind immer mehr Banken betroffen.

Geeignete Abwehrstrategien


Auch die Ständige Konferenz der Innenminister und -Senatoren in Deutschland (IMK) ist alarmiert. So warnte sie jüngst in einem Rundschreiben die Bankengruppen explizit vor der Gefahr. Die Angriffe werden nicht nur von professionell agierenden Banden, sondern zunehmend auch von Trittbrettfahrern ausgeführt, obwohl sie nur über geringe Kenntnisse im Umgang mit explosiven Gasen verfügen. Beträchtliche Sachschäden am Geldterminal wie auch an den angrenzenden Gebäuden und Räumlichkeiten sind hier die Folgen. Darüber hinaus ist eine Gefährdung Dritter nicht auszuschließen.

Dabei gibt es effektive Abwehrstrategien, mit denen sich Banken vor den Spreng­attacken schützen können. Ziel ist es nicht nur, das Bargeld zu schützen, sondern auch die Beschädigung von Geschäfts­räumen, Geräten und die Gefährdung von Personen zu verhindern.

Lösungsvarianten aus einer Hand


Um den Schutz von Geldautomaten zu verstärken, bietet die Ratiodata GmbH mehrere Sicherheitslösungen aus einer Hand an. Dazu zählen in Zusammenarbeit mit zertifizierten Partnerunternehmen unter anderem die Lieferung & Montage von spezieller ­Video- und Sicherheitstechnik, das System-Management für Videoüberwachungsanlagen sowie die Netzintegration der Video- und Sicherheitstechnik. ­Darüber hinaus bietet die Ratiodata auch einen speziellen 24/7 Leitstellenservice für ihre Kunden an.

Bei verdächtigen Vorgängen können direkte Interventionsmaßnahmen eingeleitet werden, wie zum Beispiel die Verständigung von Polizei, Wachdienst oder Feuerwehr, die Ansteuerung einer Ver­nebelungsanlage oder die Aktivierung einer Sprachbox zur direkten Ansprache einer verdächtigen Person oder zur Ausgabe von automatisierten Ansagetexten. Wird die Vernebelungsanlage ausgelöst, so sorgt eingeleiteter, künstlicher Nebel dafür, dass unerwünschte Besucher entweder fluchtartig die Geschäftsstelle verlassen oder die Orientierung verlieren und so nicht handlungsfähig sind.

Neben der intelligenten Videoüber­wachung und Alarmübertragung per IP in Echtzeit ist insbesondere das Gas-Protection EBS III FRDU System eine der wirksamsten Maßnahmen, Sprengungen zu verhindern.

 

Laut Martin Greiwe, Sprecher der Geschäftsführung der Ratiodata GmbH, ist dieses System europaweit das erste seiner Art und wird bereits von vielen Banken in Deutschland genutzt. Auch misslang bislang jeglicher Zugriff auf das Bargeld, wenn der Geldautomat mit dem Gas-Protection EBS III ausgerüstet war: „Mit unserer Lösung können sich Banken präventiv vor Sprengattacken schützen. Somit kann durch kein derzeit am Markt erhältliches Gas ein Kollateralschaden herbeigeführt werden.“

 

 

Im Mittelpunkt der Lösung steht die sogenannte Fast ­Response Detection Unit (FRDU). Diese Schnellstarteinheit registriert unverzüglich, wenn von außen versucht wird, Gas in das SB-Gerät einzuleiten. „Das eingeleitete Gas wird daraufhin kontrolliert verpufft, ohne die Geschäftsstelle zu zerstören. Auf diese Weise verhindern wir, dass die Menge des zündfähigen Gases eine sprengfähige Konzentration erreicht“, sagt Michael Hoops, Experte für SB-Sicherheitssysteme der Ratiodata. Parallel zur Erkennung eines Angriffs wird die bankindividuelle Alarmkette aktiviert, sofern die Geräte an ein Alarmsystem angeschlossen sind.

 

Auch bei Stromausfall ist durch eine integrierte Notstromversorgung die autarke Funktion des Geräts gewährleistet. Die Schutzwirkung des Systems setzt noch vor der Schutzwirkung von EX-GAS Tresoren ein, die nach einer Explosion zwar das Herumfliegen schwerer Tresorteile durch erhöhte mechanische Stabilität verhindern, allerdings nicht das Entweichen des enormen Explosionsdrucks. Somit gibt es hier noch ein weiteres Risiko, welches es zu beachten gilt. „Bei Neuanschaffungen empfehlen wir generell beide Technologien einzusetzen, um nachhaltigen Schutz auch vor anderen Bedrohungen zu gewährleisten“, so ­Michael Hoops.

Problemlose Nachrüstung möglich


Interessierte Banken müssen zur Absicherung der vorhandenen Geräte keinesfalls neue Geldautomaten anschaffen, um den Sprengschutz nutzen zu können. „Ein großer Vorteil für Banken liegt in der uneingeschränkten Kompatibilität“, betont Hoops. „Das System kann bei ­allen Bestandsgeräten problemlos nachgerüstet und zu einem späteren Zeitpunkt auch in Neugeräte übernommen werden.“ Dadurch, dass sämtliche Komponenten im Inneren des Geldautomaten eingebaut werden, besteht kein zusätz­licher Platzbedarf.

Darüber hinaus entfallen auch zeitaufwendige Reinigungsvorgänge und Nachjustierungen, so dass das System nach der Installation rund um die Uhr einsatzbereit ist. Ein am Geldautomaten angebrachter mehrsprachiger Warnaufkleber weist zudem potenzielle Täter auf das Gas-Protection-System hin und soll einen Sprengversuch bereits im Vorfeld verhindern. Aktuell sind zehn Prozent aller Geldautomaten in Deutschland mit dem System ausgerüstet.

Sicherheit an erster Stelle


Das Schutzsystem der Ratiodata verdrängt keine eingeleiteten Gase nach außen, die durch Zündung außerhalb des Geräts möglicherweise einen Brand in der Geschäftsstelle auslösen können. Auch kommen weder umwelt- noch ­gesundheitsgefährdende Chemikalien zum Einsatz. „Sicherheit steht bei uns in der Ratiodata an oberster Stelle. Dies ist kein bloßes Lippenbekenntnis, ­sondern wird im ganzen Unternehmen tagtäglich gelebt“, sagt Martin Greiwe. So hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die Schutzwirkung des Gas-Protection-Systems in verschiedenen Testszena­rien geprüft und belegt.