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27.12.2017 von bf

Insourcing der Bargeldverarbeitung ist in

Die Debatte über die Abschaffung von Bargeld wird auch in Deutschland immer stärker geführt und viele Experten leiten bereits den Abgesang auf Banknoten und Münzen ein. Doch gerade in der Bundesrepublik ist Bargeld nach wie vor eines der beliebtesten Zahlungsmittel. Neben Anonymität steht dabei für den Verbraucher vor ­allem die ­einfache Handhabung im ­Mittelpunkt. Doch des einen Freud ist des ­anderen Leid: für Banken ist die Bargeldverarbeitung mit einem hohen logistischen Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden.

„Das A und O für ein unterbrechungs­freies, effizientes Zählen, Prüfen und ­(Aus-)-Sortieren von Scheinen und Münzen sind zuverlässige, schnelle und präzise ­Geräte, die aufgrund ihrer hohen Leistung auch einen nachhaltigen positiven Einfluss auf die Produktivität der Filiale haben.“ Oliver Wunderlich, Branch Manager bei Cummins Allison

Worin die größten Herausforderungen bestehen und wie ihnen effizient begegnet werden kann, das hat gi Geldinstitute Oliver ­Wunderlich, Branch Manager bei ­Cummins Allison gefragt.

 

Wo liegen die Herausforderungen bei der Bargeldverarbeitung?

Wunderlich: Banken, oder genauer gesagt deren Niederlassungen, tragen Sorge dafür, dass täglich große Mengen an ­Bargeld in und aus der Filiale bewegt ­werden. Die Abwicklung, Handhabung, Verarbeitung  und der Transport der Scheine und Münzen im Backoffice ist für jede einzelne Zweigstelle mit einem ­großen logistischen Aufwand verbunden. Die ­Situation hat sich in den letzten ­Jahren noch weiter verschärft: Laut einer ­aktuellen Studie der KfW wurden in Deutschland zwischen 2000 und 2015 fast 10.200 Bankfilialen geschlossen, und ­dieser Trend setzt sich nicht nur fort, er beschleunigt sich sogar. Das bedeutet für die noch bestehenden Standorte, dass ­deren Backoffices für die Bargeldversorgung immer weiterer Einzugsgebiete mit einem entsprechend größeren Kundenstamm zuständig sind. Das ist mit immensen Herausforderungen verbunden.

 

Wie reagieren die Banken auf diese ­Herausforderungen?

Seit dem Ende der 1990er Jahre begegnen viele Finanzinstitutionen den steigenden Kosten mit ein und derselben Maßnahme, dem Allheilmittel aller Branchen: Outsourcing. Im Zuge dieses Trends haben Werttransportunternehmen ihre Services immer weiter ausgebaut. Sie übernehmen oft die komplette Verarbeitung (An- und Abtransport, Prüfen, Zählen, Stückeln, etc.), natürlich außer Haus. Doch was nach kosteneffizientem Auslagern klingt, kann für die Filialen sogar nachteilig sein. Sind Scheine und Münzen außer Haus kann es zu Engpässen kommen und Bargeld muss unter Umständen von anderen Banken besorgt werden. Das stellt Banken vor gleich zwei Probleme: sie haben weniger Bargeld zur Verfügung, was die Kundenzufriedenheit beeinträchtigt, und sie sehen sich mit höheren Kosten für eine kurzfristige Beschaffung der fehlenden Bargeldmenge konfrontiert.

Gibt es Alternativen zum Outsourcing?

Banken können Kosten senken, indem sie die Bargeldverarbeitung wieder in die Backoffices der Filialen zurückholen, also auf Insourcing statt Outsourcing setzen. Das hat für die Finanzinstitute gleich mehrere Vorteile. Zum einen sparen sie sich die  mit hohen Kosten verbundenen Dienst­leistungen der Werttransportunternehmen, zum anderen können sie so in Eigen­verantwortung sicherstellen, dass immer genügend Bargeldbestände im Haus sind. Ein dritter Aspekt betrifft ein immens wichtiges Thema der Branche, nämlich ­Sicherheit: Das Risiko, das mit jedem Bargeldtransport einhergeht, entfällt komplett.

Worauf kommt es beim Insourcing an?

Insourcing trägt dann zu einer tatsächlichen Kostensenkung bei, wenn die einzelnen Prozesse der  Bargeldverarbeitung maximal effizient ablaufen und ineinandergreifen. Wer große Mengen Bargeld komplett im Backoffice verarbeiten und abwickeln kann, der sorgt nicht nur für eine dauerhafte Verfügbarkeit von Bargeld an Schaltern und in Geldautomaten, er macht sich zudem auch unabhängig von Geldtransportunternehmen und spart sich laufende Kosten.

Wie kann die Verarbeitung an Schaltern und im Backoffice produktiver ablaufen?

Das A und O für ein unterbrechungsfreies, effizientes Zählen, Prüfen und (Aus-)­-Sortieren von Scheinen und Münzen sind zuverlässige, schnelle und präzise Geräte, die aufgrund ihrer hohen Leistung auch einen nachhaltigen positiven Einfluss auf die Produktivität der Filiale haben. Moderne und hochqualitative Maschinen wie die von Cummins Allison amortisieren ihre Investitionskosten dabei bereits meist schon nach wenigen Monaten, da die laufenden Kosten für Werttransporte der ­Vergangenheit angehören.

Das ist ein nicht zu unterschätzender ­Faktor, denn aufgrund der zunehmenden Abhängigkeit der Banken von den Dienstleistern sind deren Preise in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wer in hochwertige Verarbeitungstechnologie von exzellenter Qualität investiert, profitiert von verlässlichen und effizienten ­Geräten, ohne sich von Außenstehenden abhängig zu machen.

 

Welche Kriterien sind in diesem Zusammenhang noch entscheidend?

Wie bei allen technischen Lösungen müssen die Kunden sich darauf verlassen können, dass ihnen im Falle technischer Probleme schnell und unkompliziert ein kompetenter Kundenservice zur Verfügung steht. Werttransportunternehmen bieten im Rahmen ihrer erweiterten Services zwar auch einen Kunden- und Reparaturdienst an, doch die Mitarbeiter kennen sich häufig wenig bis gar nicht mit den betroffenen Geräten aus und verfügen nur in seltenen Fällen direkt über notwendige Ersatzteile.

Wir hingegen bieten unseren Kunden ­einen erstklassigen Kundenservice: Die ­Reaktionszeit liegt in der Regel unter acht Stunden ab dem Zeitpunkt, zu dem der Anruf entgegengenommen wird. Und wenn unser Techniker vor Ort ist, dann kann der Kunde davon ausgehen, dass er das Gerät in- und auswendig kennt, alle nötigen Ersatzteile dabei hat und die ­Ausfallzeiten somit auf ein Minimum ­begrenzt.

Welche konkreten Vorteile hat Outsourcing für den Kunden?

Selbstverständlich profitieren auch die Kunden der Bank von der Umstellung auf eine Bargeldverarbeitung in der Filiale. Umfragen zeigen, dass zwar immer mehr Kunden Online-Banking nutzen, auf eine Bankfiliale in unmittelbarer Nähe ihres Wohnortes wollen sie aber trotzdem nicht verzichten. Noch wichtiger sind die Niederlassungen vor Ort für Geschäftskunden des Einzelhandels, die regelmäßig Kleingeld benötigen und ihre Tageseinnahmen einzahlen möchten. Dem steht die allgemeine Entwicklung entgegen, dass immer mehr Bankfilialen geschlossen werden. Das wiederum bedeutet, dass immer weniger Filialen immer mehr Kunden mit ­Bargeld versorgen müssen.

Denn Bargeld ist auch in Zeiten von ­EC-Karten und Paypal immer noch ein beliebtes – weil anonymes – Zahlungsmittel. Wer die Bargeldverarbeitung komplett ­innerhalb der Filiale abwickeln kann, der profitiert auch von zufriedeneren Kunden, weil er sicherstellt, dass keiner leer ausgehen muss, nur weil sein Bargeld aufgrund von Outsourcing-Maßnahmen gerade von A nach B transportiert wird.