Geldinstitute > Strategie

21.07.2015 von Ralf Baust, Business Development Director, Bottomline Technologies GmbH

SWIFT Anbindung bringt Kundenplus

2010 gab es mehr als 140 SWIFT Service Bureaus (SSBs), die Anschluss an das SWIFT-Netzwerk angeboten haben. SWIFT Service Bureaus waren „damals“ ein schnell gewachsener Markt, allerdings mit erkennbar unterschiedlicher Angebotspalette und -qualität.

Heute, nur 5 Jahre später, hat sich viel verändert. Wie oft in neuen Märkten ist auch hier teilweise Ernüchterung vor allem aber Konsolidierung eingetreten. Die Anzahl der SSBs hat sich inzwischen global auf 67 im SWIFT-Verzeichnis gelistete SSBs reduziert. Die verbliebenen Anbieter (ca. 60 Unternehmen) sind durch Übernahmen und neue Kunden in der Regel deutlich ­gewachsen und betreiben z.T. mehrere SSBs z.B. für unterschiedliche geo­grafische Regionen.



Ein Grund dafür – abgesehen von der Marktkonsolidierung – ist, dass SWIFT die Kriterien für eine SSB-Zertifizierung verschärft hat. SSBs müssen heute höhere Standards an Sicherheit und Stabilität, aber auch hinsichtlich der Geschäftstätigkeit und -fähigkeit nachweisen. Als Grundlage dafür wurde das „SWIFT Shared Infrastructure Programm“ auf­gelegt. Im Rahmen dieses Programms werden Eignungskriterien, Rollen und Verantwortlichkeiten, aber auch rechtliche, finanzielle und prozessuale  Anforderungen definiert, die regelmäßig in einem aufwändigen Zertifizierungsprozess nachgewiesen werden müssen. Diese Anforderungen konnten (oder wollten) viele insbesondere kleinere SSBs nicht erfüllen und sind daher nicht mehr von SWIFT zertifiziert und im Verzeichnis gelistet.



Außerdem differenzieren sich z.B. die zu größeren Software-Anbietern gehörenden SSBs mittlerweile durch die Anforderungen und Erfahrungen aus vielen unterschiedlichen Kundenprojekten mit einer weit über die SWIFT-Anbindung hinausgehenden Palette an Cloud-Ser­vices und positionieren sich damit als ­„Super Service Bureaus“.



Kunden heute und morgen


Für Banken und Unternehmen ist es bereits heute anspruchsvoll, eine eigene SWIFT Infrastruktur aufzubauen bzw. zu unterhalten, die notwendigen Prozesse zu organisieren, Servicezeiten mit den erforderlichen Experten-Skills sicherzustellen, jährliche SWIFT-Releases zu managen und regelmäßige Audits hinsichtlich Sicherheit und Compliance durchzuführen. Gleichzeitig steigen die fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen aber weiter, denken wir dabei nur an die verschiedenen Instant Payment Initiativen, die in absehbarer Zeit 7x24x365 Verfügbarkeiten erfordern werden. Aus diesen Gründen suchen immer mehr Unternehmen nach einem zuverlässigen Partner, um die SWIFT-Anbindung auszulagern, da sie zwar als geschäftskritisch aber zunehmend nicht mehr wettbewerbs­differenzierend eingestuft wird.  Frühere Argumente gegen SSBs wie ein vermeintlicher Kontrollverlust oder eine teilweise Auslagerung von Daten werden zunehmend als weniger relevant eingestuft. Gleichzeitig werden durch die wachsende Flexibilität und Leistungs­fähigkeit der SSBs die umfassenden Vorteile einer SSB-Lösung schnell sichtbar. Neben Sicherheit, Kompetenz und Verlässlichkeit, die das „SWIFT Shared Service Programm“ garantieren, profitieren Kunden im SSB heute auch von mobilen Zugriffen, intelligenter und vorausschauender Skalierbarkeit, flexibler Daten­analyse sowie voller Kostentransparenz und -kontrolle der SWIFT-Anbindung.


<< Erste < zurück 1 2 3 vor > Letzte >>