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02.11.2017 von hs

Worin sich Kleinkredite von klassischen Bankdarlehen unterscheiden

Auch wenn Fremdkapital heute aufgrund niedriger Zinsen so günstig wie selten zuvor ist, profitieren nicht alle davon. Paradoxerweise sind dies vor allem Privatpersonen und Unternehmen, die Fremdkapital in überschaubarem Rahmen aufnehmen wollen, denn die Kreditvergabe lohnt sich für Banken gerade wegen des Niedrigzinses lediglich ab größeren Beträgen. Diese Marktlücke füllen durch neue Anbieter, die sogenannte Kleinkredite anbieten. Was unterscheidet den Kleinkredit von klassischen Bankkrediten?

Der größte Unterschied liegt zunächst einmal darin, dass Kleinkredite nicht direkt von Banken ausgegeben werden, sondern von Finanzdienstleistern wie Vexcash und anderweitigen Fintech-Unternehmen. Diese arbeiten oftmals selbst b mit Banken zusammen oder fungieren als Crowd-Investing-Plattformen, indem Sie das Kapital von Privatanlegern mit dem Fremdkapitalbedarf von Unternehmen, Selbstständigen und Privatpersonen zusammenführen. 


Typischerweise bewegt sich ein solcher Kleinkredit in einem Rahmen von 100 bis 5.000 Euro, wobei Ausreißer nach oben durchaus möglich sind. Hinzu kommt, dass die als Minikredit bezeichneten Darlehen über eine sehr kurze Laufzeit von nur wenigen Monaten verfügen und häufig nicht in Form von monatlichen Raten, sondern in einer Rate getilgt werden. Da Verwaltungskosten und anderweitige Gebühren den potenziellen Gewinn übersteigen, bieten viele Banken keine Kleinkredite in diesem Rahmen an, sodass der Anteil der Geschäftsbanken an der Kleinkreditvergabe lediglich minimal ist. 

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Kleinkrediten

Die Hürden für die Inanspruchnahme eines Kleinkredits sind in der Regel auch deutlich niedriger als bei der klassischen Darlehensvergabe durch Geschäftsbanken, zumal für die vergleichsweise geringen Kreditsummen keine aufwendige Prüfung von Kontoauszügen erforderlich ist. Die Voraussetzungen umfassen lediglich die Volljährigkeit, einen deutschen Wohnsitz nebst deutschem Bankkonto, eine »mittlere« Bonität sowie ein regelmäßiges Einkommen in Höhe von mindestens 500 Euro. Viele Anbieter von Kleinkrediten, die in der Regel als Sofortkredite ausgezahlt werden, führen zudem eine individuelle Bonitätsprüfung durch. Diese ist in vielen Fällen allerdings so ausgestaltet, dass auch potenzielle Kreditnehmer mit einem Schufa-Score von D bis M eine realistische Chance auf einen Kleinkredit haben.

Welche Vor- und Nachteile haben Kleinkredite?


Sofern die verhältnismäßig niedrigen Voraussetzungen erfüllt sind, kommt die große Stärke der Klein- respektive Sofortkredite zum Tragen. Da die meisten Anbieter mittlerweile beispielsweise auf ein Video-Ident-Verfahren anstelle eines mehrere Tage in Anspruch nehmenden Post-Ident-Verfahrens zurückgreifen, trifft die gewährte Kreditsumme oft schon nach 60 Minuten auf dem Zielkonto ein. Somit sind Kleinkredite prädestiniert, um sehr kurzfristigen Kapitalbedarf im privaten sowie geschäftlichen Bereich zu decken. Je nachdem, wie sich die Zinskonditionen gestalten, sind Sofortkredite auch eine günstigere Alternative zu einem teuren Dispositionskredit. 

Allerdings sind Kleinkredite gerade im Kontrast du klassischen Ratenkrediten mit einem deutlich höheren effektiven Jahreszins belegt, der durchaus zweistellig sein kann. Allerdings fällt dieser aufgrund der eher geringen Kreditsumme sowie der kurzen Laufzeiten kaum ins Gewicht. Der einzige handfeste Nachteil resultiert aus dem größten Vorteil des Kleinkredits, denn die schnelle Verfügbarkeit verlockt unter Umständen zu unnötigen Anschaffungen, welche die finanzielle Situation nicht verbessern, sondern nachhaltig verschlechtern.