Business > Meinung

19.12.2017 von hs

Zeit der Entscheidung

Globale Großbanken kriseln, Topmanager werfen den Büttel. Disruption beherrscht das Feuilleton. Fins hier, Techs da und das schlaue Phone überall. Die Filiale perdue, der Bankberater Mitglied des Ancien Régimes. Die Zeitwende vor der Tür. Des Schreibers Lust am gefeilten Satz darnieder wie der Leitzins der Bundesbank!

In bewegenden Zeiten bietet der Rückgriff auf Früher Trost. Doch brauchen wir den Seelenbalsam der Rückschau? Wir denken, nein! Die Rahmenbedingungen in der Finanzdienstleistungsbranche haben sich geändert, es wird Anpassungen geben, schmerzhafte bisweilen, aber die Bedeutung der Branche für die deutsche Volkswirtschaft wird sich nicht ändern. 


Neue Akteure werden ihren Platz in einer Wettbewerbssituation finden, die herausfordernd ist. Google, Apple, Facebook, Amazon – sie sind alle nicht die apokalyptischen Reiter, die das Bankwesen in Deutschland revolutionieren werden. Im Handel ist vor geraumer Zeit Wal-Mart angetreten mit breiter Brust des erfolgreichsten Retail-Herstellers weltweit – und musste sich aus Deutschland ­zurückziehen, weil er im umkämpften Markt nicht renditestark genug reüssierte. 


Im Gegenteil. Beispiel Zahlungsverkehr: Eine zähes Ringen bahnt sich an, in ­jeder Stufe der Wertschöpfung, doch es winken sichere Erträge. 


Immer mehr Intelligenz setzen Kriminelle ein – nicht nur im Bundestag – ihr ­Unwesen zu treiben. Illegale Daten für viel Geld, lautet das vereinfachte Modell. Mit einem Verteidiger fortwährender Angriffe haben wir uns unterhalten. Sein ­Fazit: nie wird es 100 Prozent geben und doch weitgehend umfassende Sicherheit.