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31. Mai 2012 von Dirk Pohla, Manager of Technical Sales, IBM Software Group

Compliance-Richtlinien managen

Am 1. Juli 2013 wird die nächste Stufe des amerikanischen Gesetzes FATCA „Foreign Account Tax Compliance Act“ wirksam. Das Gesetz soll verhindern, dass US-Staatsbürger ihr Vermögen im Ausland steuerfrei anlegen. Damit dies funktioniert, müssen sich die europäischen Finanzinstitute verpflichten, die jeweiligen Kundendaten jährlich an die US-Steuerbehörden zu melden. 


Zurzeit finden zwischen Deutschland und den USA Gespräche zur Einführung des neuen US-Gesetzes statt. Die europäischen Finanzinstitute haben sich bereit erklärt, mit den USA-Behörden zu kooperieren. Für Banken bedeutet dies in naher Zukunft, dass sie US-steuerpflichtige Kunden identifizieren und ihre Daten z.B. an deutsche Behörden weiterleiten.

IBM bietet eine geeignete Lösung an, mit der die FATCA-Anforderungen schrittweise in Geschäftsprozesse und der unterstützenden IT umgesetzt werden können. Ein modernes Business Process Management-System unterstützt Finanzinstitute dabei, die vom US-Steuergesetz betroffenen Kunden zu erkennen, ein Reporting und Steuerabzugsverfahren einzuführen und einen Kommunikationsprozess zur Einverständniseinholung für die Datenweitergabe aufzusetzen. Die IBM Software übernimmt das Screening der Bestandskunden und filtert die relevanten Kundeninformationen unter Millionen von Datensätzen heraus.
Dies ist nur ein mögliches Einsatzgebiet für ein effizientes
Business Process Management.

Ein modernes Geschäftsprozessmanagement erleichtert heute vieles im Bankengeschäft: Von der Kontoeröffnung über die elektronische Postkorbverteilung, die Provisionsabrechnung, das tägliche Reporting an die Bankenaufsicht, vom Beschwerdemanagement bis hin zur Kreditvergabe. Alle Abläufe erfordern ein integriertes Business Process Management, das es Banken ermöglicht ihre Kunden optimal zu betreuen und Geschäftsentscheidungen schneller zu treffen. Flexible und bewegliche Prozesse sind letztlich die Grundvoraussetzung für Produktivität und Geschäftswachstum. Manche Unternehmen zahlen bereits jetzt einen hohen Preis für nicht funktionierende Abläufe: Abnehmende Kundentreue, entgangene Umsätze oder Strafen für nicht eingehaltene gesetzliche Bestimmungen sind dann die Folge. Laut einer Studie der Information Week („Data 2010“) ist für die Fortune 100-Unternehmen das Geschäfts­prozessmanagement von größter Bedeutung. Immerhin die Hälfte der Befragten gab an, dass eine Optimierung der Geschäfts­prozesse für sie höchste Priorität hat.

Moderne Geschäftsprozesse in der Kreditvergabe

Wie lassen sich damit die Verfahren zur Kreditvergabe beschleunigen und Anträge effizienter bearbeiten? Spätestens seit Basel II und III sind die Verfahren für eine Risikoeinschätzung über ein Bewertungs- oder sogenanntes Rating-Verfahren genau vorgegeben. Und jedes Jahr kommen neue Regularien, Kriterien und Dokumentationsvorschriften hinzu, die in den Fachabteilungen der Banken berücksichtigt werden müssen. Mit einer innovativen Kreditentscheidungsplattform lässt sich die Vergabe von Darlehen an Privat- oder Firmenkunden einfach automatisieren. Alle Richtlinien zu Eignungs- und Kreditgenehmigungsregeln werden dabei von einem zentralen Regelmanagement erfasst. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich damit Millionen von Datensätzen auf die relevanten Compliance-Regeln überprüfen und eine Entscheidung über die Zusage oder Ablehnung eines Antrags treffen. Die einzelnen Entscheidungen im komplexen Geschäftsprozess „Kreditvergabe“ – von der Antragstellung des Kreditnehmers über die Stammdateneingabe bis hin zur Antragsprüfung, der Kreditauszahlung und der Kontrolle der Zinszahlungen und Tilgung – werden vom System sorgfältig hinterlegt und aufbewahrt. Die Pflege und Eingabe der Kreditwürdigkeitsregeln ist Aufgabe der Fachabteilung.

Mit dem neuen Scoring können Bankangestellte die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden viel einfacher prüfen und einen Darlehensantrag schneller zusagen. Die Erfahrung zeigt: Wenn Kredite beim ersten Mal richtig verarbeitet werden, steigt die Kundenzufriedenheit nachweislich auf über 90 Prozent. Außerdem fördert ein zentrales Regelmanagement die Transparenz in der Entscheidungskette und sorgt für eine bessere Ressourcenauslastung in den Fachabteilungen. Und letztlich wird die einheitliche Umsetzung von Compliance-Richtlinien in allen Filialen sichergestellt. Fazit: Die Reglementierung im Bankenbereich nimmt immer weiter zu, das zeigt nicht nur der „Foreign Account Tax Compliance Act“. Banken müssen sich darauf einstellen, dass hier in Zukunft noch mehr auf sie zukommt. Die notwendige Flexibilität für diese Herausforderungen erlangen sie nur durch effizientes Business Process Management.


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