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11.08.2017 von Peter Fischer, Partner, Global Head of Financial Services and ­Insurance, Infosy

RPA mischt die Karten neu

Wettbewerbsfähig durch Automatisierung. Neue Kundenansprüche, neuartige Wettbewerber und alte Herausforderungen mit Legacy-Systemen belasten das Geschäft in der Versicherungsbranche. Mit Roboter-gesteuerter Prozessautomatisierung (RPA) trimmen Versicherungen ihre Abläufe auf Effizienz. 

Die Vorteile von RPA im Überblick

Eine bessere Vergleichbarkeit von Prämien durch Internet-Vergleichsportale im Privatkundengeschäft und die Zunahme der ­Betreuung über Broker im Firmenkundengeschäft setzen Versicherungen auf Prä­mienseite unter Druck. Hinzu kommen ­Ansprüche von Kunden im Zusammenhang mit neuen Online-Möglichkeiten und individuellen Produkten: Prozesse müssen daher noch effizienter werden, gepaart mit technischen Innovationen, die in der Lage sind, die Kundenanforderungen zu erfüllen. Dabei erweisen sich Papier-gestützte Abläufe und Legacy-Systeme als Bremsklötze. Denn auch Online-Giganten wie Amazon, Facebook und Google mit ihrem riesigen Fundus an personenbezogenen Daten sind kurz davor, maßgeschneiderte Policen auf Basis voll automatisierter ­Prozesse anzubieten.

Prozessautomatisierung für mehr Effizienz

Die Automatisierung von Geschäfts­prozessen auf Basis von RPA wird mehr und mehr zur Lebensversicherung in der Branche. Die Implementierung von RPA ermöglicht es, monotone und in der Regel von Mitarbeitern abgearbeitete Vorgänge durch vollautomatische End-to-End-Abläufe zu ersetzen. Dazu gehört typischerweise die Digitalisierung von Papierpost oder die regelbasierte Abarbeitung von ­E-Mails und anderen Kommunikationsmitteln. RPA eignet sich besonders in ­Assekuranzen dafür, wiederkehrende und regelbasierte Aufgaben, die in der Vergangenheit manuell erledigt werden mussten, wesentlich schneller, effizienter und kostengünstiger durchzuführen. Dazu gehört etwa die Automatisierung der manuellen Übertragung von Daten aus dem Offertsystem ins Vertragssystem. Auch kann der Transfer von Schadenzahlungen aus lokalen Schadenapplikationen ins zentrale Schadensystem automatisiert werden.

 

Kostenersparnis von bis zu 75 Prozent 

Nach Informationen der Infosys-Tochter EdgeVerve Systems bedeutet das für Versicherer: Kosteneinsparungen von 40 bis 75 Prozent, erhöhte Produktivität von bis zu 30 Prozent und eine Zeitersparnis von 20 bis 70 Prozent, abhängig von der IT-Landschaft, den jeweiligen Prozessen, der Organisationsstruktur, den Geschäfts­feldern und der Automatisierungsreife. Gleichzeitig sind Assekuranzen in der Lage, Mitarbeitern – vor allem auf opera­tiver Ebene – anspruchsvollere Aufgaben wie das Monitoring oder die Qualitäts­kontrolle, aber auch die Problembearbeitungen von individuellen Fällen, anbieten zu können.