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05.12.2014 von kpl

Münzgeldhandel geht ins Internet

Die ALVARA Cash Management Group AG aus Leipzig hat ihren MünzMarktplatz online gebracht. Am 4. Dezember präsentiert das ALVARA-Team mit Partnern dem Fachpublikum aus den Bereichen Finanzen, Handel und Wertdienstleistern im GS1 Germany Knowledge Center in Köln die Internet-Plattform für den Handel von Münzgeld.

Bildquelle: ALVARA Cash Management Group AG

Das Leipziger Unternehmen zeigt damit, dass neue Wege im Denken, Experimentierfreude und ein gesundes Risikomanagement dem Markt hohen Nutzen bringen können. Die einjährige Entwicklungszeit geht nun in eine neue Phase über und die fortschreitende Akzeptanz der Internet-Plattform bei Verkäufern und Käufern von Münzgeld spricht für sich. Bereits fünf Finanzinstitute und Wertdienstleister mit zehn Cash Centern sind beim Start des neuen ALVARA MünzMarktplatz dabei. Weitere haben ihr Mitmachen signalisiert und werden sich mit Beginn des Jahres 2015 aufschalten.

 

Ausgangspunkt der Entwicklung war die Vision des Vorstandes der ALVARA AG, Bernd Hohlfeld, zum freien und sicheren Marktplatz für Wechselgeld im Internet. Acht Milliarden Euro kostet das Bargeld die Branche jetzt jährlich. Generell steigen die Kosten in der Münzgeldbearbeitung bei allen Akteuren weiter. Die Nachfrage im Handel zu einer bedarfsgerechten und flexiblen Versorgung mit Münzgeld wird zunehmend lauter und Finanzinstitute verzeichnen einen stetigen Münzgeldüberschuss. Hier eine Lösung zu finden, veränderte Kundenwünsche und Marktbedingungen aufzunehmen und flexibel die Anforderungen aller Beteiligten zu berücksichtigen, war das Ziel für die Neuentwicklung im Münzgeldhandel.

 

Auf dem MünzMarktplatz treffen sich Wertdienstleister oder Finanzinstitute, die nahezu in jeder Filiale über zu viel Münzgeld klagen, mit dem Handel, der dringend Hartgeld – verstärkt auch gerade in der Vorweihnachtszeit – benötigt. So werden Angebot und Nachfrage, nämlich Münzgeldüberschuss und Münzgeldbedarf, auf effiziente und sehr kostengünstige Weise 24 Stunden täglich ohne Schließzeiten zueinander gebracht.

 

Münzgeldhandling wird teuerer

 

Die Verarbeitung von Münzgeld wird für Banken und Sparkassen ab 1. Januar 2015 aufgrund neuer Rahmenbedingungen der Bundesbank noch teurer. Das normgerechte Produzieren von Rollen und Gebinden, verbunden mit dem hohen Lagerbestand durch die Normcontainerregelung der Bundesbank, ist bei vielen Banken und Sparkassen ein wesentlicher Stein des Anstoßes, alternative Wege zu gehen. Insofern ist die Schaffung des freien Marktplatzes für Wechselgeld im Internet für sie durchaus zielführend, um die Kosten für das Münzgeldhandling zu reduzieren. Gleichzeitig entsteht auch neues Geschäft mit dann zufriedenen Kunden im mitteständischen Einzelhandel, denn der Handel braucht nach wie vor dringend Hartgeld als Wechselgeldbestand in den Kassen.

 

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelten ist es für viele Händler schlichtweg einfach zu aufwendig, sich bei der Bank vor Ort ggf. mit langen Bestellzeiten das notwendige Münzgeld zu besorgen. Über den neuen MünzMarktplatz bestellen Händler, Handelsketten oder auch Automatenbetreiber ihr Wechselgeld bedarfsgerecht zu jeder Zeit an jedem Ort im Internet. Ob gerollt oder lose und nach gewünschter Stückelung sortiert kann das Münzgeld innerhalb von weniger als 24 Stunden anstatt der heute üblichen drei bis vier Tage geliefert werden.

 

„Selbstverständlich muss eine solche Plattform höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden“, erklärt Bernd Hohlfeld. Als GS1 Solution Provider hat ALVARA alle notwendigen GS1-Standards berücksichtigt, um die Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Point of Sale effizient und sicher zu unterstützen. Daher ist es auch kein Zufall, dass für die Premiere des MünzMarktplatzes mit Partnern und Kunden das GS1 Germany Knowledge Center in Köln als Veranstaltungsort gewählt wurde.