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04.07.2016 von hs

Hochschüler forschen – Postbank würdigt

Zum 13. Mal hat die Postbank am Freitag (1. Juli) in Bonn den Finance Award verliehen, den mit 110.000 Euro höchstdotierten deutschen Hochschulpreis im Bereich Banken und Finanzen. 25 studentische Teams von 25 Universitäten und Hochschulen aus Deutschland haben unter Betreuung eines Dozenten teilgenommen und sich mit dem Thema "Megatrend Digitalisierung. Wie Informationstechnologien und Social Media das Geschäftsmodell von Banken beeinflussen" beschäftigt. Die Gewinner kommen von den Universitäten München, Regensburg und Bayreuth sowie der Hochschule Weserbergland.

Den ersten Rang mit einem Preisgeld von 50.000 Euro haben die Juroren an Gabriela Galic, Christian Olenberger, Maximilian Siegert, Andreas Sperling und Florian Zyprian von der Technischen Universität München vergeben

"Die Arbeiten der Studenten zeigen eindrücklich, wie wichtig es für die Postbank ist, die Chancen der Digitalisierung umfassend zu nutzen", sagte Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank und Schirmherr des Awards. "Es genügt nicht, dass wir unseren Kunden digitalisierte Produkte und Services auf höchstem technischen Niveau anbieten. Vielmehr erwarten sie von uns vor allem Dienstleistungen, die erst durch persönlichen Kontakt möglich werden. Die Digitalisierung kann uns neben intelligenter Technologien auch Kostenvorteile und die Zeitersparnis verschaffen, die nötig sind, damit wir persönlich für unsere Kunden dort sein können, wo sie uns wirklich brauchen."



Die Preisträger und ihre Ideen

 

Den ersten Rang mit einem Preisgeld von 50.000 Euro haben die Juroren an Gabriela Galic, Christian Olenberger, Maximilian Siegert, Andreas Sperling und Florian Zyprian von der Technischen Universität München vergeben. Zusammen mit ihrem Dozenten Dr. Markus Böhm haben sie den Markt der Finanztechnologie-Unternehmen (FinTechs) umfassend dargestellt, analysiert und systematisiert. Sie haben die Geschäftsmodelle der FinTechs auf ihre spezifischen Stärken und Schwächen untersucht und zum Geschäftsmodell einer typischen deutschen Universalbank in Beziehung gesetzt. Dabei haben sie herausgearbeitet, wie FinTechs mit Banken konkurrieren, kooperieren oder sie auch ergänzen können, und sie haben die Wirkung derartiger Beziehungen auf die Wertflussnetze der Modellbank kalkuliert. Daraus hat das Team schließlich überzeugende Empfehlungen für das Handeln von Universalbanken abgeleitet.



Der zweite Preis, dotiert mit 25.000 Euro, ging an die Universität Regensburg. Das Team um Prof. Dr. Gregor Dorfleitner, bestehend aus Natalie Dietrich, Lukas Fischer, Carina Lung, Nico Stang und Phillip Willmertinger hat am Beispiel von Wikifolio und Ayando untersucht, mit welchen Strategien Anleger dieser Social-Trading-Plattformen positive Renditen bei vertretbaren Risiken erzielen können. Sie kommen zum Ergebnis, dass dazu komplexe Anlagestrategien erforderlich sind und dass der naive Glaube an die Weisheit der Vielen mit hohen Verlustrisiken verbunden ist. Sie empfehlen etablierten Banken, eigene Social Trading Plattformen zu betreiben oder eng mit bestehenden Plattformen zu kooperieren.



Über den dritten Preis und 15.000 Euro konnten sich Manuel Brinkmann, Benjamin Heun und Constantin Schubert von der Universität Bayreuth freuen. Die Studierenden untersuchten gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Schäfer den Einfluss sozialer Medien auf die Anlageentscheidungen von Privatpersonen. Sie kommen zum Ergebnis, dass Modelle persönlicher Anlageberatung durch Diskussionsforen und andere Formen Sozialer Kommunikation zwar nicht ersetzt, aber sinnvoll ergänzt werden können.



Der mit 20.000 Euro dotierte Sonderpreis für eine Ausarbeitung mit besonders überzeugender Anwendungsorientierung ging an die Hochschule Weserbergland. Patricia Backhaus, Fienne-Elisa Beckmann, Fabian Fündling, Thorben Hake und Jannik Rehmsmeier haben zusammen mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Meik Friedrich die Chancen und Risiken eines bankeigenen Forums als Kommunikations-Plattform im Internet untersucht. Sie haben grundlegende Vorschläge zur Konzeption eines derartigen Kommunikationsangebots gemacht und aus den Erkenntnissen ihrer empirischen Analyse konkrete Handlungsempfehlungen zur Gestaltung eines Bankenforums abgeleitet.



Ausgewählt wurden die Preisträger von einer neunköpfigen Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft. Den Vorsitz hatte Prof. Dr. Erik Theissen von der Universität Mannheim.