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20.03.2019 von hs

Dr. Andreas Martin: „Zahlungsverkehr seit jeher ein Kerngeschäftsfeld“

Die Bedeutung des Zahlungsverkehrs ist der genossenschaftlichen Finanzgruppe mehr als bewusst, dementsprechend investiert sie auch in diesem Bereich, darauf weist Dr. Andreas Martin hin. Vor allem die Kontaktlostechnologie habe im vergangenen Jahr die Transaktionszahlen der girocard um fast 20 Prozent steigen lassen, stellt das Mitglied des Vorstandes des BVR fest.

"Bei Instant Payment sind wir natürlich dabei", Dr. Andreas Martin, Mitglied des Vorstandes des BVR

„Für die genossenschaftliche FinanzGruppe ist der Zahlungsverkehr seit jeher ein Kerngeschäftsfeld. Entsprechend investiert die Gruppe jedes Jahr beachtliche Beträge in die Technik, um einerseits technologisch führend zu bleiben, aber auch um die ständig steigenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Der Zahlungsverkehr ist Dreh- und Angelpunkt einer jeden Kundenbeziehung, der zahlreiche Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten bietet.

Das haben auch Wettbewerber aus bankfremden Branchen erkannt und so ist die Wettbewerbsdynamik in diesem Segment deutlich gestiegen. Die genossenschaftliche FinanzGruppe reagiert darauf. Zum Beispiel haben wir die girocard mit der Kontaktlostechnologie NFC und der Möglichkeit, sie im Handy als Zahlungsfunktion zu hinterlegen, technisch deutlich aufgewertet. Der Kundenzuspruch ist enorm. Vor allem die Kontaktlostechnologie hat 2018 die Transaktionszahlen der girocard um fast 20 Prozent steigen lassen. Ob die Deutschen irgendwann einmal ganz auf Bargeld verzichten werden, liegt nicht im Gestaltungswillen der Banken. Wir bieten das an, was unsere Kunden wollen. 

Für den Zahlungsverkehr ist stets eine möglichst reibungslose und schnelle Abwicklung wichtig - bei Instant Payment sind wir deshalb natürlich dabei. Im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb der Deutschen Kreditwirtschaft werden wir weiterhin eine starke Rolle bei Standardisierungen und der Verarbeitung von Zahlungstransaktionen zwischen Instituten sowie auf internationaler Ebene einnehmen. Natürlich führen EU-Regulierungsvorhaben wie beispielsweise die PSD2 zu erheblichem Veränderungsdruck auf das Bankgeschäft, diese Herausforderungen bedeuten aber für uns auch neue Geschäftschancen." 

Eine dieser Herausforderungen sind die großen Plattformen, die mehr und mehr Dienstleistungen aus allen Bereichen des Lebens, nicht nur dem Bankbereich, digital anbieten. Der Kampf um den Zugang zum Kunden ist für die Banken aber keineswegs verloren. Aus Bankkundensicht sind Themen wie Vertrauen, Datensicherheit, Zuverlässigkeit von entscheidender Bedeutung, bei denen die Banken den großen Plattformen noch deutlich überlegen sind. Der von uns Banken betriebene Zahlungsverkehr wiederum wird sich auch künftig unabhängig von diesen Plattformen behaupten und entwickeln."