Geldinstitute

11.06.2019 von red

Deutsche Kreditwirtschaft: MIFID II auf den Prüfstand stellen

Die deutschen Banken und Sparkassen begrüßen es, dass sich nun auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit den Auswirkungen von MiFID II und PRIIPs aus Kundensicht befasst hat und nun die Ergebnisse einer entsprechenden Studie veröffentlicht hat. Das geht aus einer Mitteilung hervor.

Demnach habe die DK bereits im März dieses Jahres hierzu eine von Prof. Dr. Stephan Paul, Ruhr-Universität Bochum, erstellte Auswirkungsanalyse veröffentlicht. 

Auch wenn es zwischen beiden Studien durchaus zu Abweichungen in den Ergebnissen komme, würden sich diese aus den unterschiedlichen methodischen Ansätzen bei der Datenerhebung ergeben, heißt es weiter. Gemeinsame Trends zeichneten sich bei beiden Untersuchungen deutlich ab: 

 

Für die Mehrheit der Kunden würden die neuen ex-ante-Kosteninformationen allem Anschein nach keinen Mehrwert bieten. Denn: Weniger als die Hälfte der Kunden, die seit deren Einführung Wertpapiergeschäfte getätigt haben, hätten zumindest einmal eine Kosteninformation gelesen. 

 

Eine gute Bestätigung für die Qualität der Geeignetheitserklärung sei, dass fast 90 Prozent (exakt 87 Prozent) der Kunden anhand des Textes nachvollziehen könnten, warum das empfohlene Produkt empfohlen wurde. Von den Kunden, die ein oder mehrere Anlageberatungen in Anspruch genommen haben, hätten allerdings auch 38 Prozent keine einzige Geeignetheitserklärung gelesen.

 

Im Unterschied zu den Ergebnissen der BaFin-Umfrage könne die DK nicht nachvollziehen, dass die Aufzeichnung von Telefongesprächen bei den Kunden gut ankäme. Denn: Viele Kunden hätten sich aus dem Telefongeschäft bereits zurückgezogen. So sei bei deutschen Banken und Sparkassen die Anzahl telefonisch erteilter Orders um die Hälfte eingebrochen und drei Viertel aller Kunden würdenam liebsten auf die Telefonaufzeichnung verzichten. Dass die BaFin-Studie zu anderen Zahlen kommt, lasse sich aus Sicht der DK dadurch erklären, dass hier nur Kunden befragt worden seien, die heute weiterhin noch telefonisch Orders erteilten. Und selbst von diesen würden laut BaFin-Studie 48 Prozent auf die Sprachaufzeichnung verzichten wollen.   

 

Auch aus den Ergebnissen der BaFin-Studie sei zu erkennen, dass viele Kunden die neuen Informationsmittel aus MiFID II nicht nutzten. Viele Banken und Sparkassen stellten überdies fest, dass die neuen Vorgaben zudem zu Frust bei Kunden führten, weil sie sich ausgebremst oder bevormundet fühlen. Die deutschen Banken und Sparkassen forderten daher erneut, dass die Kunden die Möglichkeit haben sollten zu wählen, welche Informationen sie erhalten wollen. Nur so könne die Akzeptanz von Wertpapiergeschäften erhöht werden. Deshalb müsse MiFID II auf den Prüfstand.