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20.04.2017 von hs

68 Prozent der Banken wollen mehr auslagern

Sieben von zehn Banken in Deutschland wollen weitere Aufgaben auslagern. 17 Prozent davon sprechen von Auslagerungen im größeren Umfang. Die Institute rechnen jedoch mit steigendem Aufwand, um beim Outsourcing die rechtlichen Vorschriften einzuhalten. 

Der Grund: Extern durchgeführte Tätigkeiten und zugekaufte IT-Systeme müssen künftig stärker überwacht werden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Procedera Consult zur kommenden MaRisk-Novelle. 100 Fach- und Führungskräfte wurden befragt.

Kopfzerbrechen bereiten vor allem die bestehenden Verträge mit Dienstleistern. Solche Kontrakte werden häufig mit langer Laufzeit abgeschlossen. Viele der damals getroffenen Vereinbarungen dürften allerdings schon bald dem Aufsichtsrecht zuwiderlaufen. So müssen Banken einmal pro Quartal aktuelle Kennzahlen über die Risiken, die ein Geldhaus etwa bei der Vergabe von Krediten eingeht, an die Behörden übermitteln. Bis vor kurzem hat dafür noch ein jährlicher Rhythmus mit geringeren Kosten ausgereicht. "Jede dritte Auslagerung muss auf den Prüfstand", schätzt Sven Müller, Experte für Finanzmarktregulierung bei Procedera Consult.

 

Auslagerungen ziehen insgesamt die höchsten Kosten nach sich, wenn es darum geht, die MaRisk-Novelle umzusetzen. 79 Prozent rechnen mit zusätzlichen Investitionen, um sich auf die neuen Anforderungen der BaFin vorzubereiten. Allerdings geht kaum jemand davon aus, dass die Institute bestehende Auslagerungen zurücknehmen. 21 Prozent der Bankmanager rechnen eher damit, allenfalls vereinzelt bereits ausgelagerte Aktivitäten wieder selbst zu übernehmen. "Outsourcing hat sich für vielen Banken bewährt", sagt Müller. "Jetzt kommt es darauf an, diese Aktivitäten effektiv zu steuern."

 

69 Prozent der Banken erwarten, zu diesem Zweck die Verantwortlichkeiten innerhalb der Organisation neu regeln zu müssen. 67 Prozent planen zudem eine eigenständige Abteilung, um bestehende Auslagerungen zentral zu überwachen. So sollen die Fachbereiche entlastet werden. Denn die haben künftig kaum noch die Zeit, um sich um komplizierte Regelungen wie etwa Weiterverlagerungen zu kümmern. 59 Prozent sehen diesbezüglich Handlungsbedarf, ebenso wie bei Notfallplänen, falls ein Dienstleister plötzlich ausfällt.