Geldinstitute > Strategie

08.11.2018 von hs

50 Jahre KEBA - wie sich der Automationsexperte fit für die Zukunft hält

Als sich Ende der 1960er Jahre die beiden KEBA Gründer Gunther Krippner und Karl Kletzmaier fanden, um selbst Unternehmer zu werden und ihre Ideen im damals noch jungen Feld der Elektronik zu verwirklichen, hatte wohl niemand eine Vorstellung, was sich daraus entwickeln wird.

KEBA Leader-Team in Deutschland v.l.: Michael U. Spatz, Christian Satzinger, Frank Rose, Matthias Ahrens

Aus dem 2-Mann-Betrieb – heute würde man Start-up dazu sagen – wurde ein erfolgreiches international tätiges Unternehmen mit über 1.100 Mitarbeitern und zahlreichen Niederlassungen von den USA bis nach Asien. In der Bankenwelt hat sich der österreichische Automations­spe­zialist fest etabliert und seine Geld­automaten sind bestens bekannt. Erst kürzlich wurde wieder eine neue Produktgeneration – die evo Serie – erfolgreich gelauncht. Doch was steckt hinter den vier Buchstaben und dem frischen KEBA-Grün, welche Werte prägen das Unternehmen und warum ist KEBA zukunftsfit?

50 Jahre Firmengeschichte

Vor kurzem feierte die KEBA AG am Hauptsitz in Linz/Österreich ihr 50-jähriges Bestehen. Damals wie heute prägen Offenheit für Neues und höchster Qualitätsanspruch das Unternehmen. Technologische Innovationen sowie die Dynamik und Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiter sichern seit Jahrzehnten den Erfolg. Zum 50er erzielte KEBA ein Umsatzwachstum von 31,5 Prozent und durch ­dieses organische Wachstum den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte.

Neben dem Geschäftsfeld Bankautoma­tion arbeitet KEBA auch in den Bereichen Industrie-, Logistik- und Energieauto­mation laufend an neuen Entwicklungen und innovativen Branchenlösungen. Das gemeinsame Ziel aller Geschäftsbereiche ist, Menschen zu helfen, ihre Lebens- und Arbeitswelt einfacher zu gestalten. Dies wird durch die Klarheit der Bedienelemente, eine einheitliche Formensprache und das fortwährende Streben, die Produkte, Prozesse und Services einfacher zu gestalten, realisiert. „Easy to Use“ steht im Zentrum jedes Entwicklungsprojektes bei KEBA. Doch wie genau entstehen im ­Unternehmen technologische Innova­tionen, die die Welt einfacher machen?

Die Welt von morgen 

Jeden Tag aufs Neue werden bei KEBA ­Lösungen gesucht, die bestehende Prozesse vereinfachen, beschleunigen oder gänzlich neue Anwendungen erlauben. Die richtungsweisende Frage ist dabei immer: Wie wird die Welt zukünftig funktionieren? „Nur wer Visionen hat, kann Innovationen schaffen und mitgestalten“, ist Michael U. Spatz, Geschäftsführer KEBA Deutschland, überzeugt. Und Spatz betont weiter: „Wir richten unser ganzes Handeln und Denken auf die Welt von morgen.“ Trends werden bei KEBA permanent aufgespürt und richtungsweisende, branchenspezifische Lösungen entwickelt. Neben dem KEBA Innovationsmanagement arbeitet das Unternehmen mit zahlreichen externen Kooperationspartnern, Forschungsinsti­tuten, Universitäten – und insbesondere eng mit Kunden – zusammen. Spatz dazu: „In den Entwicklungsprozess unseres ­neuen Cash-Recycling Geldautomaten evo wurden frühzeitig unsere Kunden wie auch Bankkunden eingebunden. Viele dieser wertvollen Inputs finden sich nun in der evo Serie wieder.“ Sich an den Bedürfnissen der Anwender zu orientieren und gemeinsam mit den Kunden in die Zukunft zu blicken, ist klarer Entwicklungsanspruch bei KEBA.

      

Future back thinking

Als innovationsstarkes Unternehmen beschäftigt sich KEBA auch laufend mit ­Zukunftsthemen und Trends und mit den Anforderungen bzw. Chancen, die diese mit sich bringen. So lud man zum 50-jährigen Jubiläum den international anerkannten Vordenker Peter Fisk als Key-Speaker ein, der mit seinen richtungs­weisenden Zukunftsmodellen unter dem Motto „Journey from the future back“ die rund 400 Gäste der Jubiläumsfeier fas­zinierte. Um Innovationen voranzutreiben, so eine Kernaussage von Fisk, müssen ­Unternehmen (weit) in die Zukunft blicken und dürfen sich nicht von aktuellen Trends und Gegebenheiten einschränken lassen. Zudem betonte er, dass Partnerschaften ein wesentlicher Schlüssel sind, um innovative Ideen umzusetzen und ­gemeinsam Neues zu schaffen.

Neu aufgestellt – bereit für die Zukunft

Um für die Zukunft weiterhin bestmöglich gerüstet zu sein und noch marktnäher zu agieren, wurde 2016 unter dem Titel „KEBA DNA – das neue Arbeiten“ ein Prozess gestartet, der letztlich in einer neuen Struktur mündete. Warum der Schritt zu einer neuen Organisationsform trotz der Erfolge in der Vergangenheit notwendig war, erklärt Gerhard Luftensteiner, CEO KEBA so: „Wir leben alle in einer VUCA Welt, also einer Welt, die volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig ist. Die Welt dreht sich in unserer Wahrnehmung immer schneller. Neue Technologien führen auf vielen Gebieten zu Disruptionen, vieles ist nicht mehr so vorhersehbar wie früher. Annahmen sind heute schneller nichtig oder zum Entscheidungszeitpunkt unzureichend valide. Wir stellten uns einfach die Frage: wie stellen wir uns auf, damit wir noch schneller und agiler sind, um weiterhin marktorientiert zu innovieren und wie können wir die Fähigkeiten und das Wissen unserer Mitarbeiter dazu noch besser nutzen.“ Die Antwort auf diese ­geänderten Rahmenbedingungen sind ­flache Hierarchien und agile Teams, die eigenverantwortlich und mit einer klaren end-to-end Verantwortung Entscheidungen treffen. Die Mitarbeiter denken und arbeiten in Rollen und sind die Experten auf ihrem Gebiet. In der zellen- und roll­basierenden agilen Organisationsform, die von innen heraus gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt wurde, nehmen die Mitglieder einer Zelle selbst gewählte Rollen ein, die ihren Talenten und Fähigkeiten entsprechen. Das Verbindende ist das gemeinsame Ziel einer Zelle, der sogenannte Purpose. Leadership hat die klassische, zumeist machtorientierte Führung abgelöst und Agilität steht im Mittelpunkt. 

Luftensteiner dazu: „Um ein agiles Arbeiten auf Augenhöhe zu ermöglichen, werden die klassischen Führungsthemen nicht mehr bei einer Person – zum Beispiel dem Abteilungsleiter – gebündelt, sondern auf verschiedene Rollen aufgeteilt. So ist etwa eine Person für die Mitarbeiterführung verantwortlich, eine andere trägt Budgetverantwortung.“ Insgesamt sei schon jetzt spürbar, dass diese hierarchiearme, marktnahe Organisationsstruktur es erlaubt, Trends schnellstmöglich aufzunehmen, noch rascher auf Veränderungen zu reagieren, und innovative, kundennahe Lösungen zu entwickeln, ist Luftensteiners Fazit. 

Gemeinsames Fundament – die KEBA Werte

Die Beständigkeit und Stabilität im Unternehmen wird durch die KEBA Werte gesichert, die im Laufe der Unternehmens­geschichte entstanden sind. In vier Grundwerten zusammengefasst – professionell, lebendig, miteinander und innovativ – ­prägen sie das Miteinander im Unternehmen und mit Kunden und Partnern. „Wir leben das Prinzip der offenen Tür“, erklärt Christian Satzinger, verantwortlich für das Partner- und Servicemanagement in Deutschland. „Spürbar werden diese Werte etwa in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern bei Entwicklungs- oder Integrationsprojekten. Diese sind geprägt von Wertschätzung und Engagement auf beiden Seiten. Die gegenseitige Offenheit bereichert, schafft Synergien und ermöglicht echte Innovationen.“ Frank Rose, verantwortlich für den genossenschaftlichen Bankenvertrieb, ergänzt: „Dass in unserem Unternehmen diese Werte wirklich gelebt werden, spüren unsere Kunden. Und oft spiegeln sie uns zurück, dass sie das partnerschaftliche Auftreten, die Qualität, die innovativen Ansätze, und die Klarheit und Transparenz im Gespräch sehr schätzen.“

25 Jahre SB bei KEBA 

Diese Zufriedenheit spiegelt sich auch in der Präsenz KEBAs wider. Vor 25 Jahren mit Cash-Recycling begonnen, hält das Unternehmen mittlerweile im deutschen Cash-Recycling Markt einen Marktanteil von rund 33 Prozent. Die Spezialisierung auf Cash-Recycling Systeme und das stetige Innovieren in diesem Segment, trägt wesentlich zu dieser hohen Akzeptanz bei. Matthias Ahrens, verantwortlich für den Vertrieb im Sparkassenumfeld: „Banken und Sparkassen brauchen Geldautomaten, die höchst stabil und zuverlässig sind. Deshalb legen wir bei unseren täglichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten höchstes Augenmerk auf die Performance unserer Systeme.“ Mit der innovativen Cash-Recycling Produktfamilie evo wurden im SB-Banking darüber hinaus wieder neue Maßstäbe gesetzt. 

Für jede Anforderung 

die richtige Lösung

Taucht man in die Banking-Welt von KEBA ein, so überzeugen die Lösungen der Cash-Recycling Gelautomatengene­ration evo mit intuitiver Bedienung, modu­larem Geräteaufbau, vielfältigen Nachrüstoptionen und verschiedensten Integrationsmöglichkeiten. Besonderes Augenmerk wurde schon während der Entwicklung auf die Bedürfnisse aller Kundengruppen gelegt. Unterfahrbare Geräte­varianten etwa bieten besten Komfort, ­erhöhte Privatsphäre und einfache Bedienung für Rollstuhlfahrer oder Per­sonen mit Rollator. Neu im KEBA-Portfolio sind außerdem Cash-Recycling Geldautomaten für den Außenbereich. Damit kann für Kunden die Geldeinzahlung noch ­flexibler an unterschiedlichen Standorten angeboten werden. 

Auch die Cash-Recycling Technologie wurde innoviert. Die in zwei Fächer geteilten Kassetten erlauben nun ein Recycling von bis zu acht Denominationen mit weiterhin fünf physischen Kassetten. Damit können etwa Großbeträge und Wechselgeld ausgezahlt oder zwischen Euro und Fremdwährung gewechselt werden. Auf diese Weise übernimmt evo Schalterdienstleistungen und ermöglicht neue ­Filialkonzepte, wie etwa die mitarbeiterunterstützte Selbstbedienung (SB-Kasse) oder das Anbieten vollautomatisierter ­Services in Kleinstfilialen. „Für letzteres haben wir bei KEBA selbst ein Innovationsprojekt gestartet. Denn wir möchten eine Antwort auf die Frage geben, Was bleibt, wenn die Bank/Sparkasse geht“, verrät Spatz. „Erstmals breit vorgestellt wird unsere moderne und wirtschaftlich attraktive Kleinstfiliallösung am FI-Forum 2018 in Frankfurt. Wir freuen uns schon auf das Feedback unserer Kunden.“  

www.keba.com/banking

via QR-Code zur gesamten Keynote von Peter Fisk